Ein Forscherteam am University of Georgia’s College of Agricultural and Environmental Sciences untersuchte, wer Schnittblumen kauft, wie oft und aus welchen Motiven. Die landesweit repräsentative Studie befragte mehr als 8,500 Verbraucher und nutzte Clusteranalysen sowie Auswertungen offener Antworten.
Die Analyse ergab kein einzelnes Käuferprofil, sondern 13 verschiedene Verbrauchertypen. Dazu zählen unter anderem das Valentine’s-Day-Segment, überwiegend männlich mit starkem Roseninteresse; Menschen, die nur zu Jahrestagen schenken; Käufer, die Blumen ausschließlich für den Eigengebrauch erwerben; und ein „Alles“-Cluster, dessen Mitglieder für alle Gelegenheiten kaufen und am meisten ausgeben. Offene Antworten wurden mit Wortwolken analysiert; Begriffe wie „Schönheit“ und „Duft“ traten häufig auf, daneben auch „Verschwendung“ und „teuer“.
Die Forschenden berichten, dass Käufer im vergangenen Jahr eher von verbesserter Stimmung, weniger Stress und höherer Moral berichteten. „Es gibt einen wahrgenommenen Nutzen beim Blumen kaufen – ob er real ist oder nicht. Die Menschen fühlen, dass sie etwas Wertvolles aus der Erfahrung bekommen“, sagt Ben Campbell, Mitautor und Professor am CAES. Die Lieferkette ist global und komplex: Importe, insbesondere Rosen aus Kolumbien, dominieren weiterhin den US-Markt, doch die heimische Produktion wächst.
Die COVID-19-Pandemie veränderte die Nachfrage: Hochzeiten und Beerdigungen gingen zurück und einige Betriebe vernichteten Ernten, während der Kauf für zu Hause zunahm, weil Menschen ihre Wohnungen aufhellen wollten. „Es wurde fast zur Therapie“, sagt Julie Campbell, Hauptautorin. Die Freilandfläche für Blumen in den USA mehr als verdoppelte sich zwischen 2017 und 2022, als lokale Betriebe die Produktion von Sorten wie Zinnien und Dahlien ausweiteten. Diese Erzeuger setzen auf lokale, saisonale Sorten statt auf die Konkurrenz zu massenproduzierten Rosen. Am Ende kaufen Amerikaner weiterhin Blumen, um sie zu verschenken und selbst zu genießen.
Schwierige Wörter
- repräsentativ — für die ganze Gruppe typischrepräsentative
- Clusteranalyse — Methode, Gruppen in Daten zu findenClusteranalysen
- Auswertung — Untersuchung und Interpretation von DatenAuswertungen
- Wortwolke — grafische Darstellung häufiger Wörter im TextWortwolken
- Lieferkette — Weg von Produkten vom Hersteller zum Käufer
- wahrnehmen — etwas bewusst fühlen oder registrierenwahrgenommenen
- vernichten — etwas vollständig zerstören oder wegwerfenvernichteten
- Freilandfläche — offene Acker- oder Gartenfläche im Freien
- saisonal — nur in bestimmten Jahreszeiten verfügbarsaisonale
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum berichten manche Käufer von besserer Stimmung und weniger Stress nach dem Blumen kaufen? Begründe mit Angaben aus dem Text.
- Welche möglichen Vorteile haben lokale, saisonale Blumenbetriebe gegenüber der Importware, wie im Artikel beschrieben?
- Wie könnte sich die Nachfrage nach Blumen nach der Pandemie weiter verändern? Nenne mögliche Gründe und Folgen.
Verwandte Artikel
Klimaschocks in Afrika bringen Ernteverluste und neue Krankheiten
Klimaveränderungen in Teilen Afrikas bringen Dürre, starke Regenstürme und neue Schädlings- und Krankheitsrisiken. Bauern in Ghana berichten von ernsten Ernteausfällen; Forschende warnen vor mehr Mücken, Cholera und zoonotischen Krankheiten.
Hummer-Fotos von AKP-Politikern lösen Kritik aus
Abgeordnete der AKP veröffentlichten Fotos von Hummergerichten, was inmitten einer Lebenshaltungskostenkrise Kritik und Spott auslöste. Politiker entschuldigten sich, Präsident Erdoğan äußerte sich, und wirtschaftliche Probleme wie hohe Inflation und Zinserhöhungen bleiben Hintergrund.
Entwaldung erhöht lokale Hitze und kostet Menschenleben
Eine Studie für 2001–2020 zeigt: Entwaldung erhöht lokale Temperaturen und macht Hitzewellen gefährlicher. Etwa 345 Millionen Menschen waren betroffen; schätzungsweise gab es rund 28.000 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr, vor allem in Afrika, Südostasien und Lateinamerika.
Hitze und Feuchte in der Schwangerschaft schaden Kindern stärker
Eine Studie in Science Advances zeigt: Heiße und feuchte Bedingungen während der Schwangerschaft beeinträchtigen das Wachstum von Kindern deutlich stärker als nur hohe Temperaturen. Forschende nutzten WBGT‑Messungen und Daten aus Südostasien.