Eine von Alex Gunderson und der Doktorandin Julie Rej geleitete Studie, veröffentlicht im Journal of Thermal Biology und unterstützt von der Tulane University, hat untersucht, wie Temperatur das Verhalten zwischen invasiven braunen und einheimischen grünen Anolis‑Echsen beeinflusst. Die Forschenden setzten jeweils Paare der beiden Arten in kontrollierte Gehege, die saisonale Temperaturspannen vom kühlen Frühling bis zu heißeren Sommerbedingungen simulierten, wie sie unter Klimawandel erwartet werden.
In diesen Versuchen zeigten die braunen Anolis‑Echsen durchgehend höhere Aggressionswerte als die grünen. Bei steigender Temperatur nahm die Aggression bei beiden Arten zu, doch der Zuwachs war bei den braunen deutlich größer, sodass sich die Differenz in der Aggressivität zwischen Invasor und Einheimischem vergrößerte. Dieses Muster legt nahe, dass wärmere Bedingungen die braunen Echsen relativ aggressiver machen und damit ihren Wettbewerbsvorteil stärken können.
Frühere Untersuchungen an in New Orleans gesammelten braunen Echsen hatten erhöhte Bleiwert festgestellt und die Frage aufgeworfen, ob Bleiexposition die Aggressivität erklären könnte. Der Seniorautor betont, dass ein Zusammenhang noch nicht ausgeschlossen werden kann, die bisherigen Befunde deuten jedoch eher in Richtung Temperaturwirkung; zudem wurden keine weiteren Effekte von Blei an den Echsen beobachtet. Die Studie ergänzt Hinweise darauf, dass verhaltensbezogene Reaktionen auf Temperatur ein wichtiger Faktor für künftige Arteninteraktionen und Konkurrenz bei steigenden globalen Temperaturen sind. Quelle: Tulane University.
Schwierige Wörter
- invasiv — eine Art, die in ein neues Gebiet eindringtinvasiven
- Aggression — starkes feindliches oder kämpferisches VerhaltenAggressionswerte
- Temperaturwirkung — Einfluss von Wärme oder Kälte auf Vorgänge
- Bleiexposition — Kontakt oder Aufnahme von giftigem Blei
- Wettbewerbsvorteil — Vorteil gegenüber anderen in Konkurrenz
- verhaltensbezogen — auf Verhalten bezogen oder damit verbundenverhaltensbezogene
- Arteninteraktion — Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arten in einem ÖkosystemArteninteraktionen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen könnte ein größerer Wettbewerbsvorteil der invasiven braunen Echsen für lokale Ökosysteme haben?
- Wie würden Sie einen Versuch planen, um den möglichen Effekt von Bleiexposition auf Aggressivität klarer zu testen?
- Welche Maßnahmen könnten Gemeinden ergreifen, um die Verbreitung invasiver Arten unter wärmeren Bedingungen zu begrenzen?
Verwandte Artikel
Wie Influenzaviren in lebende Zellen eindringen
Forschende aus der Schweiz und Japan beobachteten erstmals in hoher Auflösung, wie Influenzaviren lebende menschliche Zellen in einer Petrischale betreten. Die neue Mikroskopiemethode heißt ViViD-AFM und erlaubt Beobachtungen in Echtzeit.
Yu Kongjian, Pionier der Schwammstädte, stirbt bei Flugzeugabsturz
Der Landschaftsarchitekt Yu Kongjian (62) kam am 23. September 2025 bei einem Flugzeugabsturz im Pantanal in Brasilien ums Leben. Drei weitere Menschen starben; die Gruppe arbeitete an einem Film über Schwammstädte. Die Ursache wird untersucht.
Echtzeit-Luftüberwachung in Südafrika mit kostengünstigen Sensoren
Wissenschaftler passten Methoden aus der Teilchenphysik an und bauten das System AI_r mit Sensoren und KI für Echtzeit-Luftmessung. Das Projekt will 500 Sensoren im Sedibeng-Distrikt installieren und erhält internationale Unterstützung.
Thalamus und molekulare Zeitgeber steuern Gedächtnis
Neue Studie zeigt, dass mehrere molekulare Zeitgeber in verschiedenen Hirnregionen, darunter der Thalamus, entscheiden, ob kurze Eindrücke zu langfristigen Erinnerungen werden. Das ersetzt die Vorstellung eines einfachen Ein‑Aus‑Schalters.