In der Studie ließen Forschende generative KI-Modelle wie ChatGPT, Claude und LLaMa kurze tägliche Videotagebücher oder längere Aufnahmen auswerten. Die Daten stammten von mehr als 160 Personen und wurden sowohl im Alltag als auch im Labor erhoben. Ältere Textanalyseverfahren erzielten deutlich schlechtere Ergebnisse.
Die Persönlichkeitswerte, die die KI angab, stimmen eng mit den Selbsteinschätzungen der Teilnehmenden überein. Die KI sagte zudem reale Lebensbereiche voraus: Emotionen, Stressniveau, soziales Verhalten und sogar, ob eine Person diagnostiziert worden war oder Behandlung gesucht hatte. Laut Aidan Wright waren die Forschenden wegen der starken Zusammenhänge verblüfft.
Weitere Forschende hoben hervor, dass Sprache tiefe Hinweise auf psychologische Merkmale enthält. Offene Fragen betreffen den Vergleich mit Urteilen von Freunden und Familienmitgliedern sowie mögliche Unterschiede nach Alter, Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit.
Schwierige Wörter
- generativ — KI, die neue Texte oder Medien erzeugen kanngenerative
- Videotagebuch — kurze oder lange Videoaufzeichnung eines TagesVideotagebücher
- Aufnahme — ein aufgenommenes Video oder TonstückAufnahmen
- Textanalyseverfahren — Methoden, die Texte automatisch auswerten
- Selbsteinschätzung — wie eine Person sich selbst beschreibt oder bewertetSelbsteinschätzungen
- Persönlichkeitswert — Messung eines Persönlichkeitsmerkmals einer PersonPersönlichkeitswerte
- Zusammenhang — eine Verbindung zwischen zwei oder mehr DingenZusammenhängen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Würden Sie einer KI erlauben, Ihre Videos oder Aufnahmen zu analysieren? Warum oder warum nicht?
- Welche Vorteile und Risiken sehen Sie, wenn KI psychologische Merkmale erkennt?
- Warum ist ein Vergleich mit Urteilen von Freunden oder Familienmitgliedern wichtig?
Verwandte Artikel
Kollektiver Überschwang bei Live‑Musik stärkt das Wohlbefinden
Eine Studie der University at Buffalo zeigt: Live‑Musik kann das Wohlbefinden verbessern. Verantwortlich ist demnach ein soziales Gefühl, der sogenannte kollektive Überschwang (CE), das Menschen bei gemeinsamen Konzerten erleben.
Ngogo: Schimpansen spalten sich und töten ehemalige Gruppenmitglieder
Eine Langzeitstudie am Ngogo-Nationalpark zeigt, dass sich eine sehr große Schimpansengruppe teilte. Mitglieder einer Gruppe griffen später mehr als 20 frühere Gruppenmitglieder an und töteten sie, worauf Forschende Fragen zum Sozialverhalten stellen.
Höhere Entzündungswerte und mehr Nutzung sozialer Medien
Eine Studie der University at Buffalo zeigt, dass höhere Entzündungswerte (gemessen mit CRP) mit einer Präferenz für soziale Medien statt persönlicher Treffen verbunden sind. Forschende nutzten Bluttests, Fragebögen und eine Woche Screen-Time.