Eine Studie in der Fachzeitschrift Scientific Reports beschreibt, wie Salzwasser vom Toten Meer in das umgebende Land versickert. Mithilfe von 195 Feldmessungen in einem 12 Quadratkilometer großen Gebiet in Ghor Al-Haditha an der Ostküste Jordaniens kartierten Forscherinnen und Forscher unterirdische Pfade, die das Salzwasser durch Schluchten und geologische Verwerfungen führen. Die Versickerung reicht demnach bis in eine Tiefe von etwa 100 Meter und erreicht den flachen Grundwasserleiter bis zu 1.75 Kilometer.
Die stärkste Versalzung wurde im Wadi Bin Hammad nordwestlich der Stadt Karak festgestellt. Dort folgt dem Eindringen eine Reihe aktiver Senken, die landwirtschaftliche Flächen verschlucken und Straßen abschneiden. Landwirtinnen wie Dhabia Al-Ghazzawi berichten, dass Bodensalinität und salziges Brunnenwasser Bäume töten, Erträge senken und den Geschmack der Früchte verändern.
Jafar Abu Rajab von der Hashemite University warnte, dass schon kleine Verschiebungen im Gleichgewicht zwischen dem Salz-Wasser des Toten Meeres und frischem Grundwasser dramatische Folgen haben können, und er nannte fehlende offizielle Daten zur Salzbelastung der Brunnen ein Problem. Externe Expertinnen und Experten wie Karem Abdelmohsen (Arizona State University) empfehlen, kartographische Arbeiten mit chemischen Analysen des Brunnenwassers zu ergänzen; Osama Sallam (Environment Agency‑Abu Dhabi) rät zum Bohren von Überwachungsbrunnen.
Die Forschenden sehen die neuen Karten als Frühwarnsystem: Gemeinden könnten dadurch vermeiden, in gefährlichen Gebieten Brunnen zu graben, Wasserprojekte an sichere Stellen leiten und Trinkwasserquellen schützen. Die Autoren weisen zudem darauf hin, dass ähnliche Probleme in der gesamten arabischen Region auftreten könnten, etwa im Nildelta und an der Küste des Persischen Golfs, wo übermäßige Entnahme und steigende Meeresspiegel das Grundwasser bedrohen.
- Kartierung verborgener Salzpfade
- Chemische Analysen der Brunnen empfohlen
- Bohren von Überwachungsbrunnen empfohlen
Schwierige Wörter
- versickern — sich langsam in den Boden oder Untergrund bewegenversickert
- grundwasserleiter — Schicht im Untergrund, die Wasser speichert und führt
- senke — Einsenkung im Boden, in der etwas einsinkt oder verschwindetSenken
- bodensalinität — Anteil an gelösten Salzen im Boden
- verwerfung — Bruch in Gestein, wo sich Schichten verschiebenVerwerfungen
- überwachungsbrunnen — Brunnen zur Kontrolle der Wasserqualität und Menge
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Diskussionsfragen
- Welche konkreten Probleme für die Landwirtschaft nennt der Artikel, und welche lokalen Maßnahmen könnten helfen?
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Bohren von Überwachungsbrunnen, wie im Text vorgeschlagen?
- Wie könnten Gemeinden die Karten praktisch nutzen, um Trinkwasserquellen zu schützen? Nennen Sie zwei Beispiele.
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