Neue Analysen der Cassini-Daten stellen das alte Ozeanmodell für Titan infrage. Frühere Arbeiten von 2008 hatten gezeigt, wie sich Titan im Schwerefeld des Saturns verformt, und das wurde als Hinweis auf ein tiefes inneres Meer gedeutet. Die neue Studie untersuchte diese Verformungen und die zugrundeliegenden Modelle erneut.
Die Forschenden fanden, dass die Formänderung von Titan der Spitze der Saturnanziehung um etwa 15 Stunden nachläuft. Diese Verzögerung bestimmte das Team, indem es die Frequenz der Radiosignale von Cassini während Vorbeiflügen verfolgte. Sowohl die Verzögerung als auch die im Inneren dissipierte Energie sind größer als für einen globalen Ozean zu erwarten.
Die Beobachtungen lassen sich gut durch eine zähflüssige, breiartige Schicht mit Kanälen und Taschen erklären. Solche Taschen könnten lokal wärmer sein und Nährstoffe konzentrieren, was die Vorstellung von möglichen bewohnbaren Umgebungen verändert. Die Dragonfly-Mission soll helfen, das Modell zu prüfen.
Schwierige Wörter
- ozeanmodell — eine wissenschaftliche Beschreibung eines inneren Meeres
- schwerefeld — das Gravitationsfeld eines Planeten oder Körpers
- verformen — die Form von etwas verändernverformt
- verzögerung — eine zeitliche Verschiebung oder spätere Reaktion
- frequenz — Anzahl von Wiederholungen pro Zeiteinheit
- dissipieren — Energie in Wärme umwandeln und verlierendissipierte
- zähflüssig — dickflüssig, langsam fließend und schwer beweglichzähflüssige
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Diskussionsfragen
- Wie würde sich für dich die Entdeckung lokaler, wärmerer Taschen auf Titan auf die Suche nach Leben auswirken?
- Welche Messungen oder Instrumente würde die Dragonfly-Mission deiner Meinung nach bringen, um das neue Modell zu prüfen?
- Glaubst du, dass ein zähflüssiges Inneres für Raumfahrtmissionen schwieriger zu untersuchen ist als ein globaler Ozean? Warum?
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