Ruanda hat nach einem neuen Ausbruch des Rift-Valley-Fiebers in einem Grenzgebiet zu Tansania die Maßnahmen verschärft. Der Ausbruch begann Mitte August und ist der zweite binnen zwei Jahren; beim Ausbruch 2022 starben mehr als 20 Menschen und Hunderte von Tieren. Eine Studie zum früheren Ausbruch verzeichnete 173 menschliche Fälle und 22 Todesfälle, was die Alarmbereitschaft der Behörden erhöht hat.
Die Überwachung wurde ausgeweitet und in betroffenen Regionen mit der Impfung von Nutztieren begonnen. Die Impfkampagnen für Nutztiere starteten am 7. September 2024. Stand 30. September meldete das Rwanda Biomedical Centre 28 positive Fälle bei Nutztieren. Fabrice Ndayisenga vom Rwanda Agriculture Board sagte, 8.410 von 32.999 der anvisierten Tiere (25 Prozent) seien geimpft worden. Fachleute betonen zudem das Fehlen schneller Diagnosetests; Edson Rwagasore vom Rwanda Biomedical Centre erklärte, man brauche Schnelltests, weil die derzeit genutzten PCR-Tests bis zu sechs Stunden dauern und Schnelltestkits nicht verfügbar seien.
Das Virus befällt vor allem Tiere, kann aber Menschen infizieren; eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht berichtet. Übertragungswege sind unter anderem:
- Stiche infizierter Mücken,
- Kontakt mit Blut oder Organen infizierter Tiere,
- Verzehr von rohem Fleisch oder nicht pasteurisierter Milch.
Die ruandischen Behörden verfolgen einen One-Health-Ansatz und testen weiter Personen mit möglichem Tierkontakt; mehr als 100 Personen wurden per PCR getestet, bisher ohne positiven Befund. Für Menschen gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Der Impfstoffkandidat ChAdOx1 RVF begann am 13. Oktober in Kenia Phase-II-Prüfungen nach positiven Phase-I-Ergebnissen im Vereinigten Königreich; Jean Kaseya von den Africa Centres for Disease Control nannte den Beginn von Phase II einen "entscheidenden Meilenstein." Experten warnen, das Risiko weiterer Ausbrüche bleibe bestehen, und fordern stärkere Überwachung, bessere Diagnostikkapazitäten und engere Forschungszusammenarbeit.
Schwierige Wörter
- ausbruch — plötzliche Ausbreitung einer Krankheit in einer RegionAusbrüche
- überwachung — fortlaufende Beobachtung zur Erkennung von Problemen
- impfung — Verabreichung eines Mittels zum Schutz vor Krankheit
- schnelltest — schneller medizinischer Test für rasche ErgebnisseSchnelltests
- übertragungsweg — Art, wie eine Krankheit von einem zum anderen gelangtÜbertragungswege
- meilenstein — wichtiges Ereignis bei der Entwicklung oder Forschung
- nutztier — Tier, das vom Menschen wirtschaftlich genutzt wirdNutztiere, Nutztieren
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Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Impfen von Nutztieren als Maßnahme zur Eindämmung solcher Ausbrüche?
- Warum sind Schnelltests wichtig in einer Ausbruchsituation, und welche Folgen hat ihr Fehlen für die Kontrolle der Krankheit?
- Wie könnte eine engere Forschungszusammenarbeit zwischen Ländern das Risiko weiterer Ausbrüche verringern?
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