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Epigenetische Unterschiede bei Menschen in den Anden — Level B2 — A view of a mountain with snow on it

Epigenetische Unterschiede bei Menschen in den AndenCEFR B2

30. Dez. 2025

Adaptiert nach Emory University, Futurity CC BY 4.0

Foto von Anees Ur Rehman, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
271 Wörter

Die Studie verfolgt einen anderen Ansatz als klassische Genomstudien: Statt nach vererbten DNA-Varianten zu suchen, analysierte das Team das gesamte Methylom. Das Methylom umfasst DNA-Methylierung, also chemische Markierungen, die beeinflussen können, wie stark Gene als Reaktion auf die Umwelt exprimiert werden. Die Forschung wurde in Environmental Epigenetics publiziert.

Die Forschenden verglichen Methylomdaten von 39 Personen: Kichwa aus dem andinen Hochland von Ecuador und Ashaninka aus dem Tiefland des Amazonasbeckens an der peruanischen Grenze Ecuadors. Es handelt sich um die ersten vollständigen Methylomdaten für diese beiden Gruppen. Anders als viele Studien, die einige hunderttausend Stellen betrachten, untersuchte das Team alle 3,000,000 Basenpaare, die in ihrem Test verfügbar waren.

Die Analyse zeigte starke Unterschiede in der DNA-Methylierung. Auffällige Signale betrafen unter anderem PSMA8 und FST sowie Gene in der P13K/AKT-Pathway, die mit Muskelwachstum und der Bildung neuer Blutgefäße assoziiert sind. Die Autorinnen und Autoren schlagen vor, dass solche epigenetischen Unterschiede Merkmale andiner Hochländer erklären könnten, etwa eine verstärkte Muskulatur kleiner Arterien und eine höhere Blutviskosität. Tier- und Zellstudien verbinden die P13K/AKT-Pathway mit einer Verdickung der Arteriolenwände unter Sauerstoffmangel; eine solche Verdickung steht beim Menschen mit pulmonaler Hypertonie in Zusammenhang, die bei andinen Hochländern häufiger berichtet wurde.

Die Forschenden betonen, dass epigenetische Veränderungen flexibler sein können als vererbte genetische Varianten. Zugleich lebten die Vorfahren der Kichwa fast 10,000 Jahre im Hochland, was darauf hindeutet, dass Epigenetik auch zu langfristiger Anpassung beitragen kann. Koautorinnen und -autoren stammen unter anderem von der Central University of Ecuador, dem Institute of Medicine and Forensic Sciences in Lima, der State University of Rio de Janeiro und der University of Pavia in Italien.

Schwierige Wörter

  • methylomGanzes Muster der DNA-Methylierung im Genom
  • methylierungChemische Markierung an DNA, die Gene beeinflusst
    DNA-Methylierung
  • epigenetischAuf Änderungen bezogen, die Gene ohne DNA-Änderung steuern
    epigenetische
  • basenpaarPaar von Nukleotiden in der DNA-Kette
    Basenpaare
  • blutviskositätZähflüssigkeit des Blutes, wie dick es ist
  • hypertonieAnhaltend hoher Blutdruck in den Gefäßen
  • arteriolenwandWand kleiner Arterien, die Blutgefäße begrenzt
    Arteriolenwände

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Vor- und Nachteile sehen Sie darin, wenn epigenetische Veränderungen flexibler sind als vererbte genetische Varianten?
  • Wie könnten die im Artikel beschriebenen epigenetischen Unterschiede konkret die Gesundheit von Hochlandbewohnern beeinflussen? Nenne Gründe aus dem Text.
  • Warum könnte Epigenetik trotz ihrer Flexibilität auch zu langfristiger Anpassung beitragen, wie im Text angedeutet?

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