Wissenschaftler untersuchten nicht nur Erbgutveränderungen, sondern das gesamte Methylom, also die DNA-Methylierung, die steuert, wie Gene als Reaktion auf die Umwelt exprimiert werden. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Environmental Epigenetics.
Die Forschenden verglichen Methylomdaten von 39 Personen aus zwei indigenen Gruppen: den Kichwa aus dem andinen Hochland von Ecuador und den Ashaninka aus dem Tiefland des Amazonasbeckens an der peruanischen Grenze Ecuadors. Es sind die ersten vollständigen Methylomdaten für diese Gruppen und das Team untersuchte alle 3,000,000 Basenpaare ihres Tests.
Die Analyse zeigte starke Unterschiede in der DNA-Methylierung. Wichtige Signale betrafen Gene wie PSMA8 und FST sowie Gene in der P13K/AKT-Pathway, die mit Muskelwachstum und der Bildung neuer Blutgefäße verbunden sind. Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass diese epigenetischen Unterschiede Merkmale andiner Hochländer erklären könnten und mit Erkrankungen wie pulmonaler Hypertonie in Verbindung stehen.
Koautorinnen und -autoren kommen unter anderem von Universitäten in Ecuador, Peru, Brasilien und Italien.
Schwierige Wörter
- methylom — Gesamte Muster der DNA‑Methylierung im Genom.
- dna-methylierung — Chemische Veränderung an DNA, die Gene steuert.
- exprimieren — Ein Gen aktiv werden und ein Produkt herstellen.exprimiert
- basenpaar — Ein Paar von Nukleotiden in DNA.Basenpaare
- epigenetisch — Betrifft Veränderungen über der DNA, nicht im Code.epigenetischen
- hypertonie — Erkrankung mit hohem Blutdruck in Gefäßen.
- p13k/akt-pathway — Signalweg von Proteinen, der Zellen beeinflusst.
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Diskussionsfragen
- Warum könnten Menschen im andinen Hochland andere epigenetische Merkmale haben als Menschen im Tiefland?
- Welche Vorteile und Risiken sehen Sie, wenn Forschende genetische oder epigenetische Studien mit indigenen Gruppen durchführen?
- Wie könnte Wissen über Methylomdaten praktisch für die Gesundheit von Menschen genutzt werden?
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