Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Utah analysierten anonymisierte genetische Daten von mehr als 2.700 Menschen, die durch Suizid gestorben sind. Sie teilten die Fälle in Personen mit früheren, nicht tödlichen suizidalen Gedanken oder Verhaltensweisen und in Personen ohne bekannte Vorgeschichte ein.
Die Auswertung ergab, dass die Gruppe ohne bekannte Suizidalität weniger psychiatrische Diagnosen und weniger genetische Risikofaktoren für mehrere Erkrankungen aufwies. Konkret zeigte sich ein geringeres genetisches Risiko für Major Depressive Disorder, Angststörungen, Alzheimer‑Krankheit und posttraumatische Belastungsstörung. Außerdem waren milde Merkmale wie depressive Verstimmung oder Neurotizismus nicht häufiger als in der Allgemeinbevölkerung.
Die Forschenden betonen, dass einzelne genetische Effekte klein sind und kein einzelnes Gen Suizid verursacht. Sie planen weitere Untersuchungen etwa zu chronischen Schmerzen, Entzündungen und Atemwegserkrankungen.
Bei suizidalen Krisen ist die rund um die Uhr erreichbare Hotline 988 verfügbar.
Schwierige Wörter
- anonymisieren — persönliche Daten so bearbeiten, dass Personen nicht erkennbar sindanonymisierte
- genetisch — mit Genen oder Erbinformationen verbundengenetische
- suizidal — Gedanken oder Verhalten, das zu Selbsttötung führen kannsuizidalen
- vorgeschichte — frühere Ereignisse oder Krankheiten einer Person
- diagnose — ärztliche Feststellung einer Krankheit oder StörungDiagnosen
- risikofaktor — etwas, das die Wahrscheinlichkeit eines Problems erhöhtRisikofaktoren
- posttraumatische belastungsstörung — psychische Krankheit nach schwerem, belastendem Erlebnis
- neurotizismus — Persönlichkeitsmerkmal mit häufigen negativen Gefühlen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Warum ist es wichtig, dass Forschende sagen, ein einzelnes Gen verursacht keinen Suizid?
- Die Forschenden wollen chronische Schmerzen, Entzündungen und Atemwegserkrankungen untersuchen. Welche dieser Ursachen finden Sie besonders wichtig und warum?
- Würden Sie eine Hotline wie 988 nutzen oder jemandem empfehlen? Warum (nicht)?
Verwandte Artikel
Künstliche Lebensmittelfarben und mögliche Risiken
Eine Expertin beschreibt neue Informationen zu synthetischen Lebensmittelfarbstoffen, viele davon aus Erdöl. Es gibt Bedenken wegen möglicher Effekte auf die neurologische Entwicklung von Kindern; Firmen sollen die Stoffe bis 2027–28 entfernen.
Bessere Überwachung für Mensch, Tier und Umwelt in Afrika
Experten fordern integrierte Überwachungssysteme, die menschliche Gesundheit, Nutztierhaltung und Umwelt verbinden. Eine Studie unter Leitung von CABI zeigte: Das Hauptproblem ist der schlechte Informationsfluss zwischen Sektoren, nicht der Mangel an Daten.
Achtsamkeit kann Paaren in stressigen Zeiten helfen
Eine Studie der University of Georgia befragte über 400 Paare mit Kindern, die staatliche Hilfe erhielten. Höhere Achtsamkeit war mit mehr Zuversicht in der Beziehung, besserer Beziehungsqualität und besserer Zusammenarbeit als Eltern verbunden.
Neue Therapieansätze gegen fibrotische Erkrankungen
Forschende der Yale School of Medicine entdeckten einen Antikörper gegen Epiregulin und einen wichtigen EGFR‑STAT1-Signalweg. Beide Befunde könnten neue Behandlungen für Sklerodermie, graft‑versus‑host‑Krankheit und andere Fibrosen ermöglichen.