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Bergbau bedroht großes Gebiet im brasilianischen Amazonas — Level B2 — an aerial view of a construction site in the middle of a forest

Bergbau bedroht großes Gebiet im brasilianischen AmazonasCEFR B2

8. Apr. 2026

Adaptiert nach Luiz Felipe Fernandes, SciDev CC BY 2.0

Foto von WillFly SA, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
285 Wörter

Eine Analyse, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Resources Policy, warnt davor, dass große Flächen der Amazônia Legal durch Bergbau für Technologien der sauberen Energie unter Druck geraten könnten. Die Forschenden kartierten Mineralvorkommen, Bergbauanträge und genehmigte Konzessionen und kommen zu dem Ergebnis, dass nahezu 363,000 Quadratkilometer betroffen sind. Zu den relevanten Mineralien zählen Kupfer, Bauxit, Mangan und Eisen.

Die Amazônia Legal umfasst neun Bundesstaaten und erstreckt sich über mehr als fünf Millionen Quadratkilometer, etwa 60 Prozent der Fläche Brasiliens. Das als gefährdet identifizierte Gebiet ist überwiegend mit Wald bedeckt und beherbergt etwa 178,000 indigene Menschen sowie mehr als 17,000 Quilombolas. Ein Drittel der Schutzgebiete im brasilianischen Amazonas ist einem gewissen Bergbaurisiko ausgesetzt; 73 Prozent der bedrohten Schutzflächen bestehen aus Waldbedeckung, rund 267,000 Quadratkilometer.

Internationale Prognosen unterstreichen die mögliche Nachfrage nach Mineralien: Die International Energy Agency erwartet, dass die Nachfrage bis 2030 deutlich steigen kann und in einem Netto‑Null‑Szenario bis 2040 um das Vierfache ansteigen könnte. Ein Bericht von Oxfam zeigt, dass 70 Prozent der für die Energiewende wichtigen Mineralreserven im globalen Süden liegen. Der Geograph Rhuan Sartore spricht von „grünem Kolonialismus“ und kritisiert, dass die Dekarbonisierung des Nordens auf Kosten der Ökosysteme des Südens gehen könnte.

Als Maßnahmen zur Schadensbegrenzung empfehlen die Forschenden unter anderem:

  • Priorisierung von Projekten in bereits degradierten Gebieten,
  • Vermeidung einer Erweiterung des Bergbaus nahe Schutzgebieten,
  • Aussetzung von Lizenzvergaben ohne Berücksichtigung kumulativer regionaler Auswirkungen,
  • stärkere territoriale Rechte für traditionelle Völker, Schaffung neuer Schutzgebiete und formelle Anerkennung indigener und quilombolaer Landrechte.

Expertinnen und Experten fordern zudem, die Herkunft importierter Mineralien zurückzuverfolgen und strenger bei Umwelt- und Sozialauswirkungen zu sein. Zudem betonen sie, dass eine Reduzierung des Energieverbrauchs wichtig ist, wenn Länder neue Kapazitäten für „saubere“ Energie aufbauen, anstatt fossile Brennstoffe wirklich zu ersetzen.

Schwierige Wörter

  • bergbauFörderung von Mineralien und Erzen aus dem Boden
  • konzessionrecht, ein Gebiet wirtschaftlich zu nutzen
    Konzessionen
  • schadensbegrenzungMaßnahmen, um Schäden zu verringern
  • dekarbonisierungReduktion von CO2‑Emissionen in der Wirtschaft
  • kumulativsich addierend über einen Zeitraum hinweg
    kumulativer
  • zurückverfolgenHerkunft oder Weg von etwas nachprüfen
    zurückzuverfolgen
  • waldbedeckungFläche, die mit Wald bedeckt ist

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn Bergbau für grüne Technologien in ökologisch sensiblen Regionen erlaubt wird? Nennen Sie zwei Beispiele.
  • Wie könnten stärkere territoriale Rechte für indigene und quilombolae Gemeinschaften die Auswirkungen des Bergbaus verringern?
  • Welche Maßnahmen würden Sie einem Land empfehlen, das seine Nachfrage nach Mineralien reduzieren will, ohne die Energiewende zu stoppen?

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