Die Amazonasmolly ist eine rein weibliche Fischart, die sich durch Klonen vermehrt. Sie entstand ursprünglich durch eine Hybridpaarung zwischen einem männlichen Poecilia latipinna und einem weiblichen Poecilia mexicana. 1932 war sie das erste Wirbeltier, bei dem asexuelle Fortpflanzung bestätigt wurde; heute gibt es etwa 100 solcher Wirbeltierarten.
Wes Warren und Edward Ricemeyer von der University of Missouri untersuchten die Art über mehr als ein Jahrzehnt. 2018 kartierte Warren erstmals das vollständige Genom und erwartete Schäden durch langfristiges Klonen. Stattdessen fand er DNA, die gesund wirkte und Ähnlichkeit mit sexuell reproduzierenden Arten zeigte.
Neue Long-Read-Sequenzierungstechnologie erlaubte dem Team, die Idee zu testen. Sie verglichen die DNA der Amazonasmolly mit den Genomen ihrer Eltern und beobachteten unterschiedliche Mutationsraten in den elterlichen Genomsätzen. Die Forscher schlossen, dass Genkonversion vorteilhafte Gene verbreitet und schädliche Mutationen verringert, sodass die genetische Gesundheit der Amazonasmolly der bei sexueller Fortpflanzung ähnelt.
Die Studie erscheint in Nature und stammt von der University of Missouri.
Schwierige Wörter
- klonen — Herstellung genetisch gleicher Nachkommen ohne Paarung
- Hybridpaarung — Verbindung zweier unterschiedlicher Arten durch Fortpflanzung
- asexuelle Fortpflanzung — Fortpflanzung ohne Beteiligung eines männlichen Tieres
- Genom — Gesamte DNA eines Organismus, sein ErbgutGenomen
- Long-Read-Sequenzierungstechnologie — Sequenziermethode, die sehr lange DNA-Stücke liest
- Mutationsrate — Häufigkeit von Veränderungen in der DNAMutationsraten
- Genkonversion — Austausch von DNA-Abschnitten zwischen ähnlichen Genen
- reproduzieren — sich oder andere biologisch fortpflanzenreproduzierenden
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Diskussionsfragen
- Was überrascht Sie an der Tatsache, dass die Amazonasmolly sich durch Klonen fortpflanzt?
- Warum ist es wichtig, dass Genkonversion schädliche Mutationen verringert?
- Wie könnten die Ergebnisse der Studie für den Naturschutz oder die Forschung nützlich sein?
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