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Wenige Frauen in Führungspositionen der Wissenschaftsakademien — Level B2 — green and white typewriter on black textile

Wenige Frauen in Führungspositionen der WissenschaftsakademienCEFR B2

11. Feb. 2026

Adaptiert nach Aleida Rueda, Ruth Douglas, SciDev CC BY 2.0

Foto von Markus Winkler, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
258 Wörter

Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft veröffentlichten der International Science Council, die InterAcademy Partnership und das Standing Committee for Gender Equality in Science eine gemeinsame Analyse. Sie basierte auf Daten von 136 wissenschaftlichen Organisationen und einer Umfrage unter fast 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen 2025 etwa 19 Prozent der Akademiemitglieder stellten, im Vergleich zu 12 Prozent im Jahr 2015. Trotz dieses Anstiegs führt nur eine von fünf Akademien eine Frau als Vorsitzende; in knapp der Hälfte der Fälle gibt es keine Frauen als Vizepräsidentinnen oder Co‑Vorsitzende. Der Bericht wertet diesen Befund als sehr begrenzten Fortschritt und stellt fest, dass es in den letzten fünf Jahren praktisch keine Verbesserungen gab.

Formal sagten viele Organisationen, sie wählten Führung nach wissenschaftlicher Leistung. Dennoch beeinflussen informelle Netzwerke weiter, wer vorgeschlagen wird. Frauen berichteten 2,5‑mal häufiger von Diskriminierung oder Belästigung und zeigten weniger Vertrauen in Sanktionen gegen Fehlverhalten. Eine separate Studie in Mexiko, Argentinien, Kolumbien und Peru mit mehr als 100 Wissenschaftlerinnen dokumentierte Machtstrukturen, die sexuelle und psychische Belästigung, Ausgrenzung, Aneignung von Arbeit sowie Sanktionen für Mutterschaft fortschreiben. Zusätzlich fand eine PLOS Biology‑Analyse von mehr als 36 Millionen Artikeln, dass Begutachtungszeiten für Arbeiten von Frauen um bis zu 15 Prozent verlängert waren.

Der Bericht empfiehlt, Geschlechtergleichheit systematisch in Governance, Haushalt und Strategie aufzunehmen, klare Pläne und Verantwortlichkeiten zu definieren sowie dauerhafte Finanzierung sicherzustellen. IAP‑Koordinator Peter McGrath forderte, Gleichstellung in die DNA wissenschaftlicher Organisationen zu verankern, etwa durch Satzungsänderungen, zuständige Leitungsorgane, spezielle Ausschüsse, dauerhafte Finanzmittel und regelmäßige Berichte über den Fortschritt.

Schwierige Wörter

  • diskriminierungUngleiche oder ungerecht behandelte Personen
  • begutachtungszeitenZeitdauer, bis eine wissenschaftliche Arbeit geprüft wird
  • gleichstellungGleichbehandlung von Frauen und Männern
  • informelle netzwerkeVerbindungen ohne offizielle Regeln oder Posten
  • sanktionenStrafen oder Maßnahmen gegen Fehlverhalten
  • aneignungDas Einfordern fremder Arbeit als eigene
  • verankernStabil und fest in einer Organisation aufnehmen

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Auswirkungen können informelle Netzwerke auf die Karrierechancen von Frauen in der Wissenschaft haben?
  • Welche der empfohlenen Maßnahmen (zum Beispiel Satzungsänderungen oder dauerhafte Finanzierung) erscheint Ihnen am wirkungsvollsten und warum?
  • Wie könnten längere Begutachtungszeiten für Arbeiten von Frauen deren wissenschaftliche Laufbahn beeinflussen?

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