Die Studie befragte 173 Freundespaare und bat jede Person, den eigenen Zynismus sowie den Zynismus des Freundes einzuschätzen. Anschließend verwendete das Team einen statistischen Ansatz, um zu prüfen, ob Menschen ihre Freunde genau beurteilen oder ob sie zur Annahme neigen, dass Freunde ihrem eigenen Wesen ähnlich sind.
Die Teilnehmenden trafen die Einschätzung der Freunde bis zu einem gewissen Grad, doch insgesamt berichteten sie, ihre Freunde seien wohlwollender und zu prosozialem Verhalten geneigter, als die Selbsteinschätzungen der Freunde zeigten. Auffällig war, dass dieses Muster besonders oft bei neueren Freundschaften vorkam. Außerdem nahmen stark zynische Teilnehmende ihre Freunde häufiger ebenfalls als zynisch wahr.
Die Forschenden schreiben, dass Menschen zu Beginn einer Freundschaft eher das Beste in anderen sehen, weil positive Erwartungen das Entstehen und Wachsen von Freundschaften erleichtern. Zugleich kann dieser positive Bias dazu führen, dass problematisches Verhalten übersehen oder Vertrauen falschen Personen geschenkt wird.
Schwierige Wörter
- zynismus — kritische, misstrauische Haltung gegenüber Menschen
- zynisch — sich negativ und misstrauisch verhaltenzynische
- wohlwollend — freundlich und mit guter Absicht gegenüber anderenwohlwollender
- prosozial — zum Wohl anderer handeln oder helfenprosozialem
- selbsteinschätzung — eine eigene Meinung über die eigene PersonSelbsteinschätzungen
- bias — systematische Tendenz in Urteil oder Wahrnehmung
- einschätzen — eine Meinung oder Beurteilung über etwas gebeneinzuschätzen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Hast du schon erlebt, dass du neue Freundschaften am Anfang positiver eingeschätzt hast? Warum war das so?
- Welche Nachteile kann es haben, wenn man zu positiv über neue Freunde denkt? Nenne ein oder zwei Beispiele.
- Wie würdest du vorsichtig Vertrauen aufbauen, damit du problematisches Verhalten nicht zu spät bemerkst?
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