Eine neue Studie, erschienen im Journal of Epidemiology and Community Health, legt nahe, dass konstante soziale Unterstützung in Kindheit und Jugend das Risiko eines vorzeitigen Todes bei jungen Menschen mit belastenden Erfahrungen reduzieren kann. Die Forschenden analysierten Daten der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health, einer Langzeitstudie mit etwa 20.000 Teilnehmenden, und verglichen Angaben von Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren mit der Sterblichkeit, als diese in ihren 40ern waren. Nach Angaben der Autorinnen und Autoren ist dies die erste Studie, die soziale Unterstützung bei Jugendlichen mit belastenden Kindheitserfahrungen im Zusammenhang mit vorzeitigem Tod untersucht.
Die Auswertung ergab: Jugendliche, die negative Kindheitserfahrungen berichteten und zugleich wenig soziale Unterstützung hatten, starben häufiger früh. Geringe Unterstützung war mit höheren Raten von Depressionen, Angststörungen, Substanzgebrauch und rücksichtlosem Verhalten verknüpft, Verhaltensweisen, die wahrscheinlich zum erhöhten Sterberisiko beitragen. Umgekehrt zeigten Jugendliche mit starker Unterstützung durch Familie, Gleichaltrige oder Schulpersonal eine bessere Langzeitüberlebensrate.
Die Forschenden heben die Rolle von Familienangehörigen, Schulpersonal und Peers hervor und empfehlen Maßnahmen, die unterstützende Beziehungen fördern. Konkrete Vorschläge sind etwa Qualitätszeit in schwierigen Phasen, Gelegenheiten zum Austausch über Gefühle, die Verbindung zu beständigen Gruppen wie Vereinen und die Förderung von Schulen, in denen Zugehörigkeit und fürsorgliche Umgebungen entstehen. Interventionen in Gemeinden und Schulen seien notwendig, um vermeidbare Todesfälle zu reduzieren.
Schwierige Wörter
- unterstützung — Hilfe oder Rückhalt durch andere Menschenkonstante soziale Unterstützung, wenig soziale Unterstützung, Geringe Unterstützung, starker Unterstützung
- kindheitserfahrung — Erlebnisse oder Situationen in der Kindheitnegative Kindheitserfahrungen
- tod — Ende des Lebens eines Menschenvorzeitigen Todes, vorzeitigem Tod
- langzeitstudie — Untersuchung mit vielen Teilnehmern über lange Zeit
- substanzgebrauch — Gebrauch von Drogen oder psychoaktiven Stoffen
- peer — Gleichaltrige Personen, oft Freunde oder MitschülerPeers
- intervention — Geplante Maßnahmen zur Unterstützung von MenschenInterventionen
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Diskussionsfragen
- Warum könnten beständige Beziehungen in der Jugend langfristig das Sterberisiko beeinflussen? Nenne Gründe, die im Text stehen oder daraus folgen.
- Welche konkreten Vorschläge aus dem Artikel würdest du an einer Schule umsetzen? Begründe deine Wahl.
- Welche Herausforderungen könnten bei der Durchführung von Interventionen in Gemeinden und Schulen auftreten? Nenne mögliche Hindernisse.
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