Rumeen Farhana gewinnt Wahl als UnabhängigeCEFR B2
10. März 2026
Adaptiert nach Abhimanyu Bandyopadhyay, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Bornil Amin, Unsplash
Rumeen Farhana, die lange in der Bangladesh Nationalist Party (BNP) aktiv war und unter Khaleda Zia als stellvertretende Sekretärin für internationale Angelegenheiten fungierte, trat 2026 als Unabhängige an. Im Parlament war sie zuvor eine deutliche Kritikerin der regierenden Awami League. Nachdem die BNP ihr für die Parlamentswahl 2026 keine Nominierung gegeben hatte, kandidierte sie im Wahlkreis Brahmanbaria-2 mit dem Wahlzeichen Ente.
Am 13. Februar hielt sie eine Presseveranstaltung mit einer lebenden Ente auf dem Schoß; in den sozialen Medien erhielt sie den Spitznamen «Mutter der Enten». Sie gewann das Mandat mit einem Vorsprung von 38,000 Stimmen. Farhana berichtet, sie habe seit 2017 im Wahlkreis gearbeitet. 2018 sei sie gebeten worden, zurückzutreten, mit dem Versprechen auf eine Kandidatur 2024; die Partei habe eine bestätigte Nominierung später zurückgenommen, einen Kandidaten einer verbündeten Partei unterstützt und sie schließlich ausgeschlossen. Dieser Ausschluss fiel auf den Tag von Khaleda Zias Tod, was Farhana als bewusst gewählten Zeitpunkt bezeichnete.
Während des Wahlkampfs habe sie andauernde Belästigung online und offline erlebt, darunter KI-generierte sexuelle Inhalte und koordinierte Angriffe. Ihre Bodenarbeit konzentrierte sich auf soziale Hilfe und Haustürbesuche bei Arbeiterwählern, was ihr Wähler zu danken schienen. Öffentlich wirft sie der BNP-Führung Korruption und Schutzgelderpressung (chandabazi) vor und kritisiert illegale Geschäfte beim Abbau von Sand und Erde. Sie weist auch auf die geringe weibliche Repräsentation hin: Nur drei Prozent der Nominierten seien Frauen, viele weibliche Kandidatinnen hätten Sitze geerbt.
Am 20. Februar um Mitternacht wurde sie am Shaheed Minar angegriffen; sie schrieb den Vorfall Anhängern der BNP zu. Farhana warnt vor innerer Instabilität der Partei und stellt deren langfristige Zukunft infrage. Sie verweist auf familiäre Wurzeln: Ihr Vater Oli Ahad war Freiheitskämpfer, Mitbegründer der Awami League und gewann 1973 als Unabhängiger. Farhana betont, sie bleibe unbeirrbar und wolle weiterhin die Anliegen ihrer Wähler vertreten und über Korruption, Geschlechterbarrieren sowie den schrumpfenden Raum für abweichende Meinungen sprechen.
- Hauptvorwürfe: Korruption und chandabazi
- Wahlstrategie: Haustürbesuche und soziale Hilfe
- Wichtigkeit: geringe Frauenrepräsentation (drei Prozent)
- Wahlereignisse: Presse mit Ente und Angriff am Shaheed Minar
Schwierige Wörter
- nominierung — Vorschlag einer Partei zur Kandidatur bei Wahlen
- mandat — Amt, das eine gewählte Person im Parlament hat
- chandabazi — Erpressung, bei der Geld für Schutz verlangt wird
- bodenarbeit — Direkte Kampagnenarbeit vor Ort mit Wählern
- Belästigung — aufdringliches Verhalten, das Menschen stört oder verletzt
- repräsentation — Vertretung von Gruppen in politischen Gremien
- haustürbesuch — Besuch bei Wählern zu Hause für WahlgesprächeHaustürbesuche
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Folgen kann eine so geringe Frauenrepräsentation bei Parteinominierungen für die Politik haben? Nenne Gründe und Beispiele.
- Wie können online Belästigung und KI-generierte Inhalte die Sicherheit und Karriere von Kandidatinnen beeinflussen? Gib mögliche Folgen an.
- Warum könnte das Bild mit der lebenden Ente für Farhanas Wahlkampf in den sozialen Medien wirksam gewesen sein? Begründe deine Meinung.
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Moon ist Lehrerin aus dem Karen-Staat. Nach dem Militärputsch 2021 protestierte sie, floh ins Exil und arbeitete weiter als Lehrerin. Exile Hub unterstützte vertriebene Journalistinnen und Menschenrechtsverteidiger und förderte ihre Medienarbeit.