Psychedelische Drogen wie Psilocybin werden zunehmend für Erkrankungen wie posttraumatische Belastungsstörung, therapieresistente Depression, Substanzmissbrauch und Schlaganfall erforscht. Klinische und bildgebende Studien legen nahe, dass solche Substanzen Muster der Gehirnnetzwerkaktivität „zurücksetzen“ können. Moderne fMRT-Verfahren nutzen Durchblutung und Sauerstoffgehalt als indirekte Messgrößen für neuronale Aktivität, weshalb die Validität dieser Signale unter Psychedelika von zentraler Bedeutung ist.
Ein Forscherteam der Washington University in St. Louis untersuchte ein Psychedelikum, das auf den Botenstoff Serotonin wirkt. Da Serotonin auch die Weitung und Verengung von Blutgefäßen steuert, beobachteten die Forschenden bei Mäusen eine Störung der normalen Kopplung zwischen neuronaler Feuertätigkeit und Durchblutung. Die Verabreichung einer zweiten Substanz, die einen spezifischen Serotoninrezeptor blockiert, hob die ungewöhnlichen Durchblutungseffekte auf. In weiteren Tierversuchen mit Psilocybin und in der Neuauswertung früherer fMRT-Daten von Menschen fanden sich vergleichbare Veränderungen.
Die Untersuchung wurde von Adam Q. Bauer, Jordan G. McCall und Joshua S. Siegel geleitet; die Studie erscheint in Nature Neuroscience. Die Ergebnisse haben wichtige Konsequenzen für die Interpretation durchblutungsbasierter Neurobildgebung, weil fMRT-Signale unter Psychedelika nicht immer die tatsächliche neuronale Aktivität abbilden. Die Forschenden betonen daher die Notwendigkeit, die neurovaskulären Effekte dieser Medikamente besser zu verstehen.