Mexiko: Teile der Regierungsseiten wieder über Tor erreichbarCEFR B2
3. März 2026
Adaptiert nach Jacobo Nájera, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Jorge Aguilar, Unsplash
Der Zugang zu Websites der mexikanischen Bundesregierung über das Tor-Netzwerk war über mindestens die beiden letzten sechsjährigen Präsidentschaftsperioden und bis ins erste Jahr der aktuellen Regierung blockiert. Tor dient dem Schutz der Online-Privatsphäre und der freien Meinungsäußerung; in Berichten werden Nutzungszahlen genannt, die von mehr als 20 Millionen bis zu schätzungsweise 20.000 Personen reichen. Eine Studie vom 9. Oktober 2023 ergab, dass 21 Regierungsstellen den Zugriff aus dem Tor-Netzwerk einschränkten.
Unter einer früheren Verwaltung wurde eine über Tor erreichbare Whistleblower-Mailbox eingerichtet und im Amtsblatt der Föderation Regeln zum Schutz der Vertraulichkeit und zur Aufsicht veröffentlicht. Die Regierung von Enrique Peña Nieto reagierte nicht auf die Berichte über die Blockade. Unter Präsident Andrés Manuel López Obrador räumte die Regierung ein, die Blockade beizubehalten, und begründete dies mit Sicherheitsgründen: Maßnahmen zur Abwehr bösartiger oder automatisierter Zugriffe würden auch Tor-Verkehr betreffen, weil dieser schwer von schädlichem Verkehr zu unterscheiden sei.
Das Tor Project widersprach und verwies auf technische Umgehungen. Sprecher Pavel Zoneff erklärte, es sei möglich, Risiken für Websites zu verringern und gleichzeitig Tor-Nutzern den Zugang zu ermöglichen; Websites könnten Bedrohungen wie DoS-Angriffe und Bots abwehren, ohne große Gruppen legitimer Nutzer zu sperren.
Am 6. Mai 2025 sagte die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo, sie habe keine politische Stellungnahme oder dokumentierte Begründung für die Blockade von www.gob.mx. Am 5. Juli bestätigte routinemäßige Überwachung, dass der Zugriff auf die Hauptinformationsseite wieder möglich ist. Gleichzeitig bleiben aber bestimmte Dienste unzugänglich:
- datos.gob.mx bleibt blockiert.
- Die frühere über Tor erreichbare Whistleblower-Mailbox wurde deaktiviert und durch die Plattform SIDEC ersetzt, die keinen Tor-Zugang zulässt.
Die Änderung ist damit eine teilweise Rücknahme: Einige Regierungsinformationen sind wieder über Tor erreichbar, doch ob weitere Änderungen oder umfassendere Wiederherstellungen folgen, ist unklar.
Schwierige Wörter
- zugang — Möglichkeit, eine Website oder einen Dienst zu erreichen
- blockieren — etwas absichtlich für Nutzer nicht zugänglich machenblockiert
- blockade — Absichtliches Sperren des Zugangs zu etwas
- vertraulichkeit — Schutz von geheimen Informationen oder Privatsphäre
- abwehr — Maßnahmen zum Schutz gegen Angriffe oder Risiken
- routinemäßig — regelmäßig und nach üblichen Verfahren durchgeführtroutinemäßige
- deaktivieren — etwas außer Betrieb setzen oder abschaltendeaktiviert
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Was denken Sie: Rechtfertigen Sicherheitsgründe die Einschränkung des Zugangs über Netzwerke wie Tor? Nennen Sie zwei Gründe dafür oder dagegen.
- Welche Auswirkungen hat die Deaktivierung der Whistleblower-Mailbox und der Ersatz durch SIDEC für Personen, die anonym Hinweise geben wollen?
- Welche Maßnahmen könnten Websites ergreifen, um DoS-Angriffe und Bots abzuwehren, ohne große Gruppen legitimer Nutzer zu sperren?
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