Neue Forschung im Journal Molecular Biology and Evolution beschreibt, wie Holzratten gegen Klapperschlangen‑Gift geschützt sein können. Die Arbeit zeigt einen genetischen Mechanismus, der den Nagetieren einen Überlebensvorteil gegen diesen Räuber gibt.
Die Forschenden fanden, dass Holzratten zwölf Kopien des Gens SERPINA3 tragen, während Menschen nur eine Kopie haben. Die zusätzlichen Kopien entstanden durch Tandemduplikation. Das Team testete die Proteine, die von jeder dieser Kopien codiert werden, mit Giftproben von den Klapperschlangen, die diese Tiere jagen.
Viele der SERPINA3‑Proteine banden sich an Giftbestandteile und blockierten deren toxische Wirkung, aber es gab große Unterschiede in der Aktivität. Einige Proteine reagierten nicht mit dem Gift, was unterschiedliche biologische Rollen nahelegt. Die Autoren sehen diese Duplikationen als mögliche koevolutionäre Antwort und nennen die Finanzierung durch das National Institutes of Health sowie ein Honors Summer Fellowship der University of Michigan.
Schwierige Wörter
- tandemduplikation — Wiederholung eines DNA-Abschnitts hintereinander im Genom
- codieren — Anleitung in DNA für ein Protein gebencodiert
- binden — sich an etwas physisch oder chemisch legenbanden
- toxisch — giftig; schadet Leben oder Gesundheittoxische
- koevolutionär — gemeinsame Entwicklung zweier Arten durch wechselseitigen Druckkoevolutionäre
- protein — Großes Molekül im Körper mit vielen FunktionenProteine
- überlebensvorteil — Eigenschaft, die das Überleben wahrscheinlicher macht
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile könnten mehrere Kopien eines Gens für ein Tier in seiner Umgebung haben? Nennen Sie zwei Gründe.
- Wie würden Sie die Forschung weiterführen, um besser zu verstehen, welche Proteine gegen das Gift wirken?
- Glauben Sie, dass ähnliche genetische Anpassungen auch bei anderen Tieren vorkommen können? Warum oder warum nicht?
Verwandte Artikel
Echtzeit-Luftüberwachung in Südafrika mit kostengünstigen Sensoren
Wissenschaftler passten Methoden aus der Teilchenphysik an und bauten das System AI_r mit Sensoren und KI für Echtzeit-Luftmessung. Das Projekt will 500 Sensoren im Sedibeng-Distrikt installieren und erhält internationale Unterstützung.
Tofersen zeigt langfristige Wirkung bei SOD1-ALS
Eine Langzeitstudie zeigt, dass Tofersen das Fortschreiten einer seltenen genetischen Form von ALS verlangsamen kann. Bei einigen Patientinnen und Patienten gab es über Jahre Stabilisierung oder funktionelle Verbesserungen; Nebenwirkungen traten auf.
Sonnenfinsternis und Ehrfurcht stärken Wissenschaftszugehörigkeit
Eine Studie mit Freiwilligen während der totalen Sonnenfinsternis 2024 zeigt, dass Ehrfurcht das Gefühl stärkt, zur Wissenschaft zu gehören. Teilnehmende beobachteten Tierverhalten und berichteten höhere Wissenschaftsidentität und Zugehörigkeit.
Ngogo: Schimpansen spalten sich und töten ehemalige Gruppenmitglieder
Eine Langzeitstudie am Ngogo-Nationalpark zeigt, dass sich eine sehr große Schimpansengruppe teilte. Mitglieder einer Gruppe griffen später mehr als 20 frühere Gruppenmitglieder an und töteten sie, worauf Forschende Fragen zum Sozialverhalten stellen.