Eine Studie, veröffentlicht in JNeurosci, untersuchte, ob Bilingualismus getrennte oder gemeinsame neuronale Systeme für Grammatik nutzt. Das Team zeichnete mit Magnetoenzephalographie (MEG) die Gehirnaktivität mit Millisekunden-Genauigkeit auf. Teilnehmende, die Spanisch und Englisch sprechen, hörten Singularwörter und sollten die Pluralform bilden.
Die Forschenden untersuchten dabei auch Kognaten, also ähnliche Wörter zwischen den Sprachen, und Pseudowörter wie „paple“. Die Auswertung zeigte, dass dieselben Gehirnmuster die Grammatik in Englisch und Spanisch unterstützten und dass dieses Muster auch bei Pseudowörtern auftauchte.
Die Autorinnen folgern, dass Grammatik im bilingualen Gehirn als wiederverwendbare Rechnung oder Vorlage implementiert ist, statt als zwei getrennte sprachspezifische Regelwerke. Die Studie liefert Einblicke, wie Menschen kommunizieren und neue Sprachen lernen.
Schwierige Wörter
- bilingualismus — Fähigkeit, zwei verschiedene Sprachen sprechen zu können.
- magnetoenzephalographie — Messverfahren, das Gehirnsignale mit Sensoren erfasst.
- millisekunden-genauigkeit — Genauigkeit im Bereich von wenigen Millisekunden.
- kognat — Wörter in zwei Sprachen mit ähnlicher Form oder Bedeutung.Kognaten
- pseudowort — Erfundene Wörter, die keine echte Bedeutung haben.Pseudowörter
- gehirnaktivität — Elektrische und magnetische Signale im Gehirn.
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glaubst du, dass Grammatik als gemeinsame Vorlage im Gehirn gespeichert ist? Warum oder warum nicht?
- Kennst du Kognaten zwischen zwei Sprachen, die du sprichst? Nenne ein oder zwei Beispiele.
- Wie könnten die Ergebnisse dieser Studie das Lernen neuer Sprachen beeinflussen?
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