Ende 2023 startete ein Pilotprogramm in St. Louis, das 500 US‑Dollar pro Monat für 18 Monate an mehr als 500 einkommensschwache Familien mit schulpflichtigen Kindern zahlte. Das Programm wurde mit Mitteln aus dem American Rescue Plan Act und lokalen Spenden finanziert; es ist inzwischen beendet und eine Verlängerung ist nicht geplant.
Die unabhängige Auswertung führten Forschende des Center for Social Development der Brown School an der Washington University in St. Louis gemeinsam mit einem Evaluation Center durch. Sie nutzten gemischte Methoden: Umfragen, Interviews, Ausgabenanalysen und anonymisierte monatliche Kreditdaten.
Ergebnisse zeigten weniger verpasste Miet‑ und Stromzahlungen sowie geringere Ernährungsunsicherheit. Viele Familien deckten grundlegende Bedürfnisse, bewältigten unerwartete Ausgaben und bauten Rücklagen auf. Die Kreditwerte stiegen im Durchschnitt um 12 Punkte gegenüber ähnlichen Einwohnern ohne Zahlungen. Eine vorübergehende Aussetzung der Zahlungen im Jahr 2024 hing mit kurzfristigen Verschlechterungen der Kreditlage zusammen.
Die Forschenden empfehlen, das GBI ergänzend zum Sozialsystem zu sehen, administrative Hürden zu reduzieren, verlässliche Auszahlungen sicherzustellen und freiwillige Angebote zur finanziellen Bildung anzubieten.
Schwierige Wörter
- pilotprogramm — kleines, zeitlich begrenztes Testprojekt für neue Maßnahmen
- einkommensschwach — mit geringem Einkommen, wenig Geldeinkommensschwache
- Auswertung — Analyse von Daten und Ergebnissen
- gemischte Methoden — verschiedene Forschungsmethoden zusammen nutzen, zum Beispiel Umfragen
- anonymisieren — persönliche Daten so verändern, dass Namen fehlenanonymisierte
- Ernährungsunsicherheit — kein sicherer Zugriff auf genug gutes Essen
- Rücklage — Geld, das man für Notfälle spartRücklagen
- Hürde — Problem oder Schwierigkeit, die etwas blockiertHürden
- Ausgabenanalyse — Untersuchung, wie viel Geld ausgegeben wurdeAusgabenanalysen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glauben Sie, dass ein ähnliches Programm in Ihrem Land sinnvoll wäre? Warum oder warum nicht?
- Welche administrativen Hürden könnten Menschen bei Geldzahlungen wie diesen haben?
- Wie würden verlässliche monatliche Zahlungen den Alltag einer Familie verändern? Nennen Sie zwei Beispiele.
Verwandte Artikel
Reisen in Nordwest-Kamerun: gefährlich und teuer
In der Nordwestregion Kameruns haben Straßensperren und Kämpfe das Reisen riskant gemacht. Motorräder ersetzen Busse, Fahrpreise steigen stark und Familien, Märkte sowie Schulen leiden unter den höheren Transportkosten und der Gewalt.
Digitale Bildung und Chancen für Mädchen in Chiapas
In Chiapas prägen Armut, Analphabetismus und eingeschränkter Internetzugang die Zukunft vieler Mädchen. Initiativen wie Low‑Tech, Tecnolochicas und Lehrbuchübersetzungen zeigen Erfolge, doch langfristige Finanzierung und politische Unterstützung bleiben nötig.
Nigeria macht Englisch wieder zur Unterrichtssprache
Die nigerianische Regierung hob die National Language Policy von 2022 auf und führt Englisch von der Vorschule bis zur tertiären Bildung wieder ein. Die Entscheidung, angekündigt im November 2025, löste breite Debatten und Proteste aus.
Viele marokkanische Studierende wählen China
Immer mehr Marokkaner studieren in China. Wirtschaftliche Probleme, hohe Jugendarbeitslosigkeit und soziale Medien treiben die Entscheidung; Agenturen und Creator werben aktiv, doch es gibt auch Berichte über Betrug und Unsicherheit beim Aufenthalt nach dem Studium.