Forscher führten eine bundesfinanzierte systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse durch, die im American Journal of Psychiatry erschien. Die Übersichtsarbeit umfasste 19 Studien, die Metaanalyse wertete 14 Studien aus. In den klinischen Studien erhielten Menschen mit Depression und erhöhten Entzündungswerten entzündungshemmende Medikamente oder Placebo über Zeiträume von bis zu 12 Wochen.
Die Zusammenfassung ergab, dass entzündungshemmende Behandlungen depressive Symptome und Anhedonie, also die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, verringerten. Zudem zeigte die Auswertung keine Zunahme schwerwiegender Nebenwirkungen bei den Behandelten.
Die Co-Erstautorin Annelise Madison von der University of Michigan betonte, dass diese Ergebnisse das Feld der Immunpsychiatrie relevanter machen könnten. Die Forschenden warnen, dass die Medikamente nicht von der FDA für Depressionen zugelassen sind und ein psychiatrischer Einsatz derzeit Off-Label wäre.
Schwierige Wörter
- übersichtsarbeit — wissenschaftliche Arbeit, die mehrere Studien zusammenfasst
- metaanalyse — statistische Auswertung mehrerer Studienergebnisse in einem Bericht
- entzündungshemmend — Medikament oder Maßnahme gegen Entzündungen im Körperentzündungshemmende
- anhedonie — Unfähigkeit, Freude oder Vergnügen zu empfinden
- nebenwirkung — unerwünschte Wirkung eines Medikaments oder eines EingriffsNebenwirkungen
- immunpsychiatrie — Forschungsfeld über Immunsystem und psychische Erkrankungen
- zulassen — offiziell erlauben oder genehmigen, zum Beispiel ein Medikamentzugelassen
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Diskussionsfragen
- Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Arzt ein Off-Label-Medikament gegen Depressionen vorschlägt? Warum?
- Welche Vorteile und Risiken sehen Sie bei der Verwendung entzündungshemmender Medikamente gegen Depressionen?
- Wie wichtig ist Ihnen persönlich die Zulassung durch Behörden vor der Einnahme eines Medikaments? Begründen Sie kurz.
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