Ein Forschungsteam der ETH Zürich, des Friedrich‑Miescher‑Instituts in Basel und des Kantonsspitals Luzern stellte elastischen Ohrknorpel aus menschlichen Zellen her. Die Arbeit baut auf früheren Versuchen auf; 2016 hatte die Gruppe um Marcy Zenobi‑Wong bereits ein Ohr mit einem 3D‑Drucker gefertigt. Die neue Studie erschien in Advanced Function Materials; Philipp Fisch ist Erstautor und Senior‑Forscher in Zenobi‑Wongs Gruppe.
Die Forschenden begannen mit kleinen Knorpelresten aus Korrekturoperationen. Aus einem Stück von etwa drei Millimetern Durchmesser lassen sich rund 100.000 Zellen isolieren, ein gedrucktes Ohr benötigt jedoch mehrere hundert Millionen Zellen. Die Zellen wurden vermehrt, in ein Druckmaterial eingebettet und gedruckt. In einer kontrollierten Kulturumgebung reiften Typ‑II‑Kollagen, Elastin und Glykosaminoglykane.
Nach neun Wochen Vorreifung wurden die Ohren unter die Haut von Ratten implantiert. Nach sechs Wochen blieben Form und Elastizität nahe am natürlichen Knorpel; Elastin ist aber noch nicht vollständig ausgereift. Die Experimente dauern jeweils etwa drei bis vier Monate. Nächste Schritte sind klinische Studien, strukturierte Tests und eine formelle Zulassung.
Schwierige Wörter
- ohrknorpel — Knorpelgewebe am äußeren Teil des Ohres
- elastisch — flexibel und dehnbar, nicht starrelastischen
- isolieren — trennen und einzeln gewinnen, hier: Zellen
- vermehren — Zellen in Zahl und Menge erhöhenvermehrt
- einbetten — in ein Material hineingeben und fixiereneingebettet
- vorreifung — erste Reifephase vor dem endgültigen Wachstum
- implantieren — unter die Haut oder in den Körper setzenimplantiert
- zulassung — offizielle Erlaubnis für medizinische Anwendungen
- elastin — Protein im Gewebe, das Elastizität gibt
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Würden Sie eine Behandlung mit im Labor gezüchtetem Knorpel in Erwägung ziehen? Warum oder warum nicht?
- Welche Vorteile sehen Sie bei Ohren aus eigenen Zellen gegenüber Implantaten aus künstlichem Material?
- Welche weiteren Tests oder Prüfungen sind Ihrer Meinung nach wichtig vor einer formellen Zulassung?
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