KI und Risiken für LGBTQ+-MenschenCEFR B2
18. Nov. 2025
Adaptiert nach Aaron Spitler, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Igor Omilaev, Unsplash
Künstliche Intelligenz wird zunehmend eingesetzt, und private Investitionen sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Firmen werben oft mit Effizienz und einfacher Bedienung, weshalb solche Werkzeuge weit verbreitet sind. Eine Ipsos-Umfrage zeigte jedoch, dass zwar 55 Prozent der Befragten Vorteile sehen, gleichzeitig aber viele Menschen besorgt bleiben.
Diese Sorgen sind besonders ausgeprägt in lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans und queeren Gemeinschaften. Wired berichtete, dass Bildgenerierungswerkzeuge wie Midjourney bei Aufforderungen, LGBTQ+ Menschen darzustellen, vereinfachende und schädliche Bilder lieferten. Die UNESCO untersuchte verbreitete Annahmen in mehreren großen Sprachmodellen und stellte fest, dass Werkzeuge wie Llama 2 von Meta und GPT-2 von OpenAI heteronormative Einstellungen widerspiegelten; in Simulationen erzeugten sie mehr als die Hälfte der Zeit negative Inhalte über schwule Menschen. Solche Ergebnisse zeigen, dass Trainingsdaten und Designentscheidungen wiederholt Schaden hervorrufen können. Maßnahmen wie bessere Datenkennzeichnung könnten helfen, sie werden aber möglicherweise nicht alle abwertenden Inhalte im Netz verhindern.
Die Risiken betreffen nicht nur digitale Fehler: Forbidden Colours, eine belgische NGO, beschrieb Systeme zur „automatischen Geschlechtserkennung“ (AGR). Diese Werkzeuge analysieren audiovisuelles Material, zum Beispiel Aufnahmen von Überwachungskameras, und nutzen Gesichtsmerkmale oder Stimmprofile, um ein Geschlecht abzuleiten. Forbidden Colours argumentiert, dass daraus nicht ersichtlich ist, wie eine Person ihr eigenes Geschlecht versteht, und dass solche Systeme irreführend und potenziell gefährlich sind.
Politico Europe berichtete, dass der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán KI-gestützte biometrische Überwachung bei lokalen Pride-Veranstaltungen genehmigte; er erklärte, dies solle Kinder vor der „LGBTQ+-Agenda“ schützen. In der Praxis ermöglicht die Maßnahme Regierung und Strafverfolgung, Künstler, Aktivisten und normale Bürger zu überwachen, und Institutionen der Europäischen Union prüfen die Politik.
- Vertreterinnen und Vertreter der LGBTQ+-Gemeinschaft fordern Partnerschaften mit Entwicklern.
- Sie verlangen stärkere Schutzmaßnahmen gegen missbräuchliche Überwachung.
- Sie fordern ein Verbot von Systemen, die Geschlecht erkennen oder klassifizieren.
- Die Einbeziehung von LGBTQ+ Menschen soll in allen Entwicklungsphasen erfolgen.
Diese Schritte zielen darauf ab, Schäden zu verringern und die Chance zu erhöhen, dass KI für mehr Menschen nützlich und gerecht wird.
Schwierige Wörter
- heteronormativ — Annahme, dass Heterosexualität normal istheteronormative
- bildgenerierungswerkzeug — Software, die aus Text Bilder erzeugtBildgenerierungswerkzeuge
- designentscheidung — bewusste Wahl beim Aufbau oder Aussehen eines ProduktsDesignentscheidungen
- datenkennzeichnung — Angabe über Herkunft und Qualität von Daten
- geschlechtserkennung — Versuch, das Geschlecht einer Person zu bestimmen
- irreführend — etwas, das falsche Eindrücke geben kann
- missbräuchlich — auf schädliche oder unrechtmäßige Weise benutztmissbräuchliche
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Glauben Sie, dass Partnerschaften zwischen Entwicklern und LGBTQ+-Vertreterinnen und -Vertretern KI-Schäden verringern können? Begründen Sie Ihre Meinung mit Beispielen aus dem Text oder dem Alltag.
- Welche Risiken hat biometrische Überwachung bei Veranstaltungen wie Pride laut dem Artikel? Nennen Sie mindestens zwei mögliche Folgen.
- Datenkennzeichnung wird als Maßnahme genannt, aber nicht als vollständige Lösung. Diskutieren Sie, wie Datenkennzeichnung helfen kann und welche Grenzen sie haben könnte, laut dem Text.
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