Gesundheitsexperten und Forscher fordern in Afrika besser integrierte Überwachungssysteme, die menschliche Gesundheit, Nutztierhaltung, Landwirtschaft und Ökosysteme miteinander verbinden. Die One Health Horizon Scanning-Übung unter Leitung von CABI zog Erkenntnisse von mehr als 400 Akteuren heran und kommt zu dem Schluss, dass das zentrale Problem nicht fehlende Daten, sondern ein schlechter Informationsfluss zwischen den Sektoren ist. Fragmentierte Datensysteme verzögern Erkennung und Reaktion auf Ausbrüche, selbst wenn Daten vorhanden sind.
Als Priorität nannten Teilnehmende Systeme, die Fachwissen aus den verschiedenen Bereichen vereinen. Yahaya Ali Ahmed von WHO Afrika forderte Überwachung auf allen Ebenen, auch an der Peripherie. Er beschrieb die Quadripartite-Zusammenarbeit mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), dem UN-Umweltprogramm und der Weltorganisation für Tiergesundheit zur Unterstützung von Ländern beim Aufbau nationaler One-Health-Pläne und zur Lückenüberwachung. Raji Tajudeen vom Africa CDC betonte, dass Ausbrüche in der Gemeinschaft beginnen und enden und dass Gemeindegesundheitshelfer gut ausgebildet, zahlreich und integriert sein müssen. Er wies darauf hin, dass Überwachung mit der Fähigkeit verknüpft sein muss, Daten zu interpretieren und Maßnahmen zu ergreifen.
Das Briefing nennt konkrete Probleme: Verzögerte Erkennung im Lassa-Fieber-Gürtel Nigerias, weil Patientinnen und Patienten spät eintreffen, und die Notwendigkeit, Diagnostik dort einzusetzen, wo Behandlungen stattfinden. CABI hebt Umweltfaktoren wie Klimawandel und Degradierung hervor; ein Evidenzbrief des One Health Hub beschreibt die Pflanzen(Gesundheit) als "kritisch vernachlässigt". Eine bibliometrische Analyse zeigt, dass One-Health-Forschung von Zoonosen und antimikrobieller Resistenz dominiert wird, während Pestizide, Mykotoxine, Landnutzungswandel und Ökosystemgesundheit unterrepräsentiert sind.
Viele Länder, darunter Kenia, arbeiten an besserem sektorübergreifendem Austausch, Schulung und Koordination, doch die Finanzierung bleibt eingeschränkt und die AMR-Finanzierung ist niedrig. Das One-Health-Brief empfiehlt, Investitionen an gemeinsamen Prioritäten zu verankern, regionale Anpassung zu ermöglichen, inklusive Beteiligung zu fördern, Silos aufzubrechen und in generationenübergreifenden Kapazitätsaufbau zu investieren. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften nennt gemeinschaftsbasierte Überwachung eine wichtige Brücke zwischen Gemeinden und formellen Systemen. Der Bericht wurde vom One Health Hub, der von CABI verwaltet wird, mit Mitteln von UK International Development gefördert; die geäußerten Ansichten entsprechen nicht unbedingt der Politik der britischen Regierung.
- Integrierte Systeme verbinden Daten und Fachwissen.
- Überwachung muss bis in die Peripherie funktionieren.
- Diagnostik vor Ort muss nutzbar und benutzerfreundlich sein.
- Finanzierung und koordinierte Investitionen sind erforderlich.
Schwierige Wörter
- integriert — verschiedenes zusammenfügend, damit Bereiche zusammenarbeitenintegrierte
- überwachung — fortlaufende Beobachtung von Gesundheit oder Risiken
- fragmentiert — in getrennte Teile geteilt, ohne VerbindungFragmentierte
- quadripartite-zusammenarbeit — Koordination von vier internationalen Organisationen gemeinsam
- zoonose — Krankheit, die zwischen Tieren und Menschen übertragbar istZoonosen
- resistenz — Unempfindlichkeit von Mikroben gegen Medikamente oder Mittel
- diagnostik — Untersuchungen, um Krankheiten bei Patienten festzustellen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vorteile und welche Schwierigkeiten sehen Sie bei integrierten Überwachungssystemen, die Mensch, Tiere und Umwelt verbinden?
- Wie könnten Länder die Finanzierung und koordinierte Investitionen verbessern, um sektorübergreifende Überwachung zu stärken?
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