In Sägewerken entstehen jährlich Millionen Tonnen Sägespäne, von denen der Großteil verbrannt wird. Ein Team am Chair of Wood Materials Science an der ETH Zurich und bei Empa hat ein Verfahren entwickelt, Sägespäne in einen recycelbaren Holzwerkstoff zu verwandeln. Als Brandschutzbinder dient Struvit, ein kristallines Ammonium‑Magnesium‑Phosphat, das bisher schwer mit Holzpartikeln zu verbinden war.
Die Forschenden setzen ein Enzym aus Wassermelonenkernen ein, das die Kristallisation von Struvit aus einer wässrigen Suspension des Vorläufers Newberyit steuert. Dadurch bilden sich große Kristalle, die Hohlräume füllen und die Partikel verbinden. Die Mischung wird zwei Tage gepresst und bei Raumtemperatur getrocknet.
Tests in einem Konikalorimeter an der Polytechnic University of Turin zeigten, dass unbehandeltes Fichtenholz nach etwa 15 Sekunden entzündet, während der Struvit‑Sägespann‑Verbund mehr als dreimal so lange braucht. Der Verbund ist leicht recycelbar und könnte nach weiteren Prüfungen ähnliche Brandklassen wie zementgebundene Spanplatten erreichen.
Schwierige Wörter
- recycelbar — kann nach Gebrauch wiederverwertet werdenrecycelbaren
- Brandschutzbinder — Material, das Holz vor Feuer schützt
- Struvit — ein mineralisches Salz mit Ammonium und Magnesium
- Kristallisation — Bildung von festen Kristallen aus einer Lösung
- Enzym — ein Biokatalysator, der chemische Reaktionen beschleunigt
- Verbund — Material aus verschiedenen Teilen, die zusammenhalten
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Diskussionsfragen
- Wie könnte die Nutzung von Sägespänen als Werkstoff die Umwelt in Ihrer Region beeinflussen?
- Welche Vorteile sehen Sie, wenn Holzwerkstoffe recycelbar sind?
- Würden Sie Produkte aus diesem Struvit‑Sägespäne‑Verbund im Haus verwenden? Warum oder warum nicht?
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