Afrika: Junge Bevölkerung und zentrale JugendfragenCEFR B2
28. Jan. 2026
Adaptiert nach Laura, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Emmanuel Ikwuegbu, Unsplash
Ein UNICEF‑Bericht von 2023 macht deutlich, dass Afrika demografisch wächst: Bis 2050 werden rund 41 Prozent aller weltweiten Geburten in Afrika stattfinden, etwa 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren und 35 Prozent der Jugendlichen. Diese Zahlen rücken Jugendpolitik und gezielte Investitionen in den Mittelpunkt der Entwicklungsdebatte.
Der Bericht vergleicht die Situation mit Japan, wo 2023 die Lebenserwartung bei über 80 Jahren lag, 29 Prozent der Bevölkerung älter als 65 waren und nur 11 Prozent jünger als 15. In Senegal lagen 2023 die Anteile bei 3,8 Prozent für Über‑65‑Jährige und 39 Prozent für Unter‑15‑Jährige. Solche Unterschiede zeigen, wie unterschiedlich Länder Infrastruktur, Gesundheitsdienste und Arbeitsmärkte anpassen müssen.
Mehrere afrikanische Länder führen bereits Maßnahmen ein: Technologiezentren in Nairobi treiben das «Silicon Savannah» voran, Tunesien verknüpft sein Startup‑Ökosystem mit öffentlicher Beschäftigungspolitik, Ruanda weist durch digitale Investitionen eine Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit bei Hochschulabsolventen um fast 10 Prozent aus, der Youth Revolving Fund in Äthiopien hat seit 2019 über 200.000 jugendliche Unternehmensprojekte finanziert, und in Somalia bildet die IFTIN Foundation junge Menschen aus und bietet Unterstützung für psychische Gesundheit.
- Bildung reformieren, damit sie zu den Arbeitsmärkten passt
- Digitale, grüne und technische Ausbildungen ausbauen
- Universellen Sekundarschulzugang sicherstellen, besonders für Mädchen
- Anständige Jobs schaffen durch Gründerförderung und Sektorinvestitionen
- Gesundheits- und Sozialschutz stärken, einschließlich reproduktiver und psychischer Gesundheit
Die Herausforderungen sind groß: UNESCO schätzt, dass mehr als 98 Millionen schulpflichtige Kinder und junge Menschen in Subsahara‑Afrika nicht in der Schule sind. Bei 15‑ bis 17‑Jährigen liegen die Abbrecherquoten über 50 Prozent und sind bei Mädchen noch höher. Jährlich treten 10 bis 12 Millionen junge Menschen in den Arbeitsmarkt ein, während nur 3,7 Millionen formelle Jobs geschaffen werden. Informelle Arbeit dominiert: In Nigeria arbeiten mehr als 92 Prozent im informellen Sektor, eine ILO‑Studie findet 98 Prozent der beschäftigten jungen Männer und 99 Prozent der beschäftigten jungen Frauen in informeller Beschäftigung, und Gewerkschaften schätzen, dass informelle Arbeit etwa 27 Prozent der Erwerbsbevölkerung in Südafrika ausmacht. Die African Development Bank prognostiziert, dass der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung von etwa 56 Prozent auf 63 Prozent bis 2050 ansteigen wird. Mit koordinierten Investitionen und junger Führung könnte dieser demografische Wandel Quelle von Wohlstand statt von Ausgrenzung werden.
Schwierige Wörter
- demografisch — die Zusammensetzung der Bevölkerung beschreibend
- jugendarbeitslosigkeit — Anteil arbeitsloser junger Menschen in einer Bevölkerung
- informell — nicht offiziell geregelt oder bezahltinformellen, informeller, informelle
- sekundarschulzugang — Zugang zur weiterführenden Schulbildung für alle
- reproduktiv — mit Fortpflanzung und Schwangerschaft verbundenreproduktiver
- abbrecherquote — Anteil der Schüler, die vorzeitig die Schule verlassenAbbrecherquoten
- jugendpolitik — staatliche Maßnahmen für junge Menschen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Priorität sollten Ihrer Meinung nach Bildung und Berufsbildung im Vergleich zu Gesundheits- und Sozialschutz haben? Begründen Sie Ihre Meinung kurz.
- Welche Vorteile und Risiken könnte das demografische Wachstum für den Arbeitsmarkt in afrikanischen Ländern haben?
- Welche Maßnahmen aus der im Text genannten Liste würden Sie zuerst umsetzen, um Jugendarbeitslosigkeit zu verringern? Erklären Sie Ihre Wahl.
Verwandte Artikel
Gen Z und neue Protestwellen in Asien und Afrika
Junge Menschen, oft Gen Z genannt, nutzen digitale Werkzeuge für schnelle, dezentrale Proteste. Beispiele sind Nepal (April–September 2025) und Madagaskar (Am September 25, 2025); der EU SEE-Bericht beschreibt regionale Belastungen der Zivilgesellschaft.
Connie Nshemereirwe: Forschung und Bildung in Afrika
Connie Nshemereirwe, Spezialistin für Bildungsbewertung und ehemalige Ingenieurin, fordert, dass Forschungsfragen in Afrika aus der Basis entstehen. Sie warnt vor Folgen der langen Schulschließungen in Uganda und leitet ein Programm für afrikanische Forschende.