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Menschenfloh und anhaltende Pest in Madagaskar — Level B2 — woman wearing green dress while walking

Menschenfloh und anhaltende Pest in MadagaskarCEFR B2

20. Juni 2024

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
241 Wörter

Die Pest bleibt in mehreren Ländern endemisch, namentlich in Madagaskar, der Demokratischen Republik Kongo und Peru. In Madagaskar hat die Krankheit in den letzten 25 Jahren mehr als 13.000 Menschen betroffen und eine Sterblichkeitsrate von 27 Prozent. Verursacht wird sie durch das Bakterium Yersinia pestis und sie tritt als bubonische oder als schwerere pneumonische Form auf; typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen.

Eine Studie unter Leitung von Adelaide Miarinjara identifizierte den Menschenfloh (Pulex irritans) als relevanten Faktor bei jüngsten Ausbrüchen. Das Team arbeitete in vier ländlichen Dörfern im pestendemischen südöstlichen Zentralhochland und kombinierte Querschnittsuntersuchungen mit Flohprobenahmen in Haushalten. Untersucht wurden Haushaltsdemografie, Schlafgewohnheiten, Tierhaltung, Hygieneverhalten sowie Einstellungen gegenüber Nagetieren und Flöhen.

Die Forschung verband hohe Flohbefallsraten mit saisonalen Mustern und bestimmten Haushaltsgewohnheiten. Höhere Flohzahlen fanden sich in Haushalten mit großen Familien, traditionellen Häusern und mit nachts im Haus gehaltenem Vieh. Erdige Böden, die mit Pflanzenfasermatten bedeckt sind, schufen günstige Bedingungen. Anders als bei Nagetierflöhen blieb die Dichte des Menschenflohs zwischen den Jahreszeiten relativ konstant. Zudem wurde intensiver Insektizideinsatz beobachtet, der langfristig Resistenzen fördern kann.

Die Autorin betont, dass alleinige Abhängigkeit von Insektiziden nicht ideal ist; nötig sind sicherere Vermarktung von Pestiziden, Gemeindeschulung und ein auf Madagaskar abgestimmtes Modell zur Erforschung von P. irritans. Experten wie Nicholas Aderinto fordern koordinierte Prävention durch Aufklärung und Zusammenarbeit von Tierärzten, Gesundheitsbehörden und Gemeindeleitern. Konkrete Maßnahmen sind:

  • Erdböden durch Beton ersetzen und Vieh nachts getrennt unterbringen,
  • den Zugang zu kostengünstigen Flohbehandlungen verbessern,
  • konsequente gemeinschaftliche Maßnahmen fördern.

Schwierige Wörter

  • endemischdauerhaft in einer bestimmten Region vorhanden
  • SterblichkeitsrateAnteil der Verstorbenen an Erkrankten
  • bubonischmit geschwollenen Lymphknoten und Schmerzen verbunden
    bubonische
  • pneumonischdie Lunge betreffend, schwerere Erkrankungsform
    pneumonische
  • QuerschnittsuntersuchungUntersuchung zu einem einzigen Zeitpunkt
    Querschnittsuntersuchungen
  • FlohbefallAnzahl oder Dichte von Flöhen im Haushalt
    Flohbefallsraten
  • InsektizideinsatzVerwendung von Mitteln gegen Insekten
  • Resistenzverminderte Wirkung eines Mittels gegen Organismen
    Resistenzen
  • GemeindeschulungSchulung für die gesamte Gemeinde oder Bevölkerung

Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.

Diskussionsfragen

  • Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn in betroffenen Dörfern Erdböden durch Beton ersetzt werden?
  • Warum ist nach dem Text alleinige Abhängigkeit von Insektiziden problematisch, und welche Alternativen werden vorgeschlagen?
  • Wie könnten Gemeindeleiter, Tierärzte und Gesundheitsbehörden praktisch zusammenarbeiten, um Flohbefall und Ausbrüche zu reduzieren?

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