Die UNU veröffentlichte am 20. Januar einen Bericht, der auf einer peer‑reviewten Studie des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit (INWEH) basiert. Kaveh Madani, Direktor des INWEH und Hauptautor, erklärt die Idee: "Wasserinsolvenz tritt ein, wenn sowohl Bedingungen der Zahlungsunfähigkeit als auch der Irreversibilität vorliegen." Damit meint er dauerhafte Entleerung von Grundwasser, Bodensenkungen und den Verlust von Speicherkapazität.
Der Bericht nennt konkrete Zahlen: Etwa 2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser, fast 4 Milliarden erleben jährliche Phasen mit starker Wasserknappheit. Seit den frühen 1990er Jahren sanken die Pegel in mehr als der Hälfte der großen Seen.
Als Ursachen werden schwache Politik, Verschmutzung sowie steigende Nachfrage durch Landwirtschaft und Städte genannt. Folgen sind weniger verlässliches Wasser, höhere Kosten, Arbeitslosigkeit, Hunger, erzwungene Migration und wachsende Spannungen. Empfohlen werden Maßnahmen wie bessere Wassereffizienz, modernisierte Bewässerung, Trockenrisikoplanung und faire Finanzierung für betroffene Gemeinden.
Schwierige Wörter
- wasserinsolvenz — Zustand mit dauerhaftem Wassermangel und Schäden.
- irreversibilität — Zustand, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
- speicherkapazität — Menge an Wasser, die ein Gebiet speichern kann.
- wasserknappheit — Zu wenig verfügbares Wasser für Menschen und Nutzungen.
- verschmutzung — Schädliche Substanzen im Wasser oder Boden.
- wassereffizienz — Weniger Wasser verbrauchen durch bessere Technik oder Planung.
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche der empfohlenen Maßnahmen wäre in deiner Region am wichtigsten? Warum?
- Wie könnten sinkende Pegel und Verlust von Speicherkapazität das tägliche Leben beeinflussen?
- Was könnte deine Gemeinde konkret tun, um Wassereffizienz zu verbessern?
Verwandte Artikel
Schattenbäume können Kakao klimafreundlicher machen
Eine Studie mit Satellitendaten und maschinellem Lernen in Côte d’Ivoire und Ghana zeigt: Nur etwa 5 Prozent des Kakaos wächst unter mindestens 30 Prozent Schatten. Mehr Bäume könnten 167 Prozent der kakaobezogenen Emissionen speichern.
Starker Unterschied beim Boden-Kohlenstoffabbau in den USA
Eine neue Studie zeigt große Unterschiede in der Grundrate des Kohlenstoffabbaus in US-Böden. Forschende untersuchten Proben im Labor, nutzten maschinelles Lernen und erstellten Karten mit regionalen Unterschieden für die USA.