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Taliban, Kino und das Filmarchiv Afghanistans — Level B2 — man in black coat holding black dslr camera

Taliban, Kino und das Filmarchiv AfghanistansCEFR B2

15. Jan. 2026

Adaptiert nach Hasht-e-Subh Daily, Global Voices CC BY 3.0

Foto von Sohaib Ghyasi, Unsplash

Niveau B2 – Obere Mittelstufe
5 Min
278 Wörter

Die Untersuchung von Hasht-e Subh Daily, verfasst von Elina Qalam und veröffentlicht am 29. Oktober 2025, beschreibt, wie die Taliban seit August 2021 das Kino- und Kulturleben in Afghanistan grundlegend umgestaltet haben. Eine Direktive des Ministeriums für die Förderung von Tugend und die Verhinderung von Lastern aus dem November 2021 führte zur systematischen Entfernung von Frauen aus Medien und Produktionen. Parallel wurden Kinos geschlossen; die Stadtverwaltung von Kabul kündigte im März 2023 den Abriss des historischen Khairkhana-Kinos an, und im September 2023 wurde das Gebäude des Aryub-Kinos verpachtet. Am 13. Mai 2025 lösten die Taliban offiziell Afghan Film, die staatliche Produktions- und Archivinstitution, auf.

Innerhalb von vier Jahren entstanden nach Angaben der Recherche neun Filme und eine Fernsehserie der Gruppe, in denen Frauen nicht auftreten. Zu den Titeln gehören unter anderem „Bagram Prison“, „Pul-e Company“ und „Kabul Retaining Walls“. Experten kritisieren, dass diese Produktionen die Ideologie der Taliban propagieren, die frühere Regierung verunglimpfen, demokratische Werte ablehnen und Gewalt verherrlichen; viele Werke stammen von unerfahrenen Filmemachern oder Studierenden. Die Taliban haben zudem Veranstaltungen wie das Did-e Naw Filmfestival gefördert, die Experten als propagandistisch ansehen.

Besondere Sorge besteht um das Filmarchiv, das Dokumentarfilme und Aufnahmen enthält, die zentrale politische Ereignisse der modernen afghanischen Geschichte dokumentieren und bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen. Filmschaffende im Exil fürchten die Zerstörung dieser Bestände. Innerhalb Afghanistans müssen Drehbücher geprüft werden und die Beteiligung von Frauen ist vollständig verboten. Betroffene berichten von Jobverlust, finanziellen Problemen, fehlender technischer Ausstattung und eingeschränkten Ausreisemöglichkeiten, sodass viele kaum Perspektiven sehen.

  • Schriftliche Quelle: Hasht-e Subh Daily, Elina Qalam, 29.10.2025
  • Wichtige Daten: Direktive Ende 2021, Abrissankündigung 2023, Auflösung Mai 2025
  • Gefahren: Archivverlust, Einschränkung der Kulturproduktion

Schwierige Wörter

  • direktiveoffizielle Anordnung von einer Behörde
  • auflöseneine Organisation formell beenden oder schließen
    lösten
  • archivSammlung von Dokumenten und Aufnahmen
    Filmarchiv, Archivinstitution
  • propagierenöffentlich eine Idee oder Meinung verbreiten
  • verunglimpfennegativ über Personen oder Gruppen sprechen
  • exilZustand des Lebens außerhalb des Heimatlandes

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Diskussionsfragen

  • Welche Folgen kann die Auflösung staatlicher Filminstitutionen für die Kultur eines Landes haben?
  • Wie wichtig ist der Erhalt von Filmarchiven für das historische Wissen, und was könnte zum Schutz dieser Bestände getan werden?
  • Welche Probleme erleben Filmschaffende im Inland laut Text, und welche Strategien könnten ihnen helfen?

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