Die Schulter gilt als das komplexeste und beweglichste Gelenk des Körpers und ist deshalb in jedem Alter besonders verletzungsanfällig. Ilya Voloshin, Leiter der Abteilung für Schulter und Ellbogen an der University of Rochester, erklärt, dass Schulterschmerzen häufig mit Alter und alltäglicher Abnutzung zusammenhängen, aber auch durch akute Traumata entstehen können.
Sehnen reagieren auf wiederholte Belastung empfindlicher. Überbeanspruchung, fehlende Kondition oder mangelndes Aufwärmen führen zu Entzündungen. Schmerzen kommen nicht nur von Sehnen: Nervenprobleme, Arthrose im Nacken oder ein Karpaltunnelsyndrom können in die Schulter oder das Schulterblatt ausstrahlen. Alltägliche Gewohnheiten wie Seitenschlafen, falsches Heben oder schlechte Sitzhaltung verengen den Raum der Rotatorenmanschette und begünstigen Impingement.
Externes Impingement entsteht durch Druck zwischen Sehne und Akromion und kann Knochensporne fördern. Funktionelles Impingement hat oft Haltung, Nervenprobleme oder anatomische Verhältnisse als Ursache. Tendinitis folgt wiederholten Überkopfbewegungen. Konservative Maßnahmen sind Physiotherapie, frei verkäufliche entzündungshemmende Medikamente und gegebenenfalls Kortisoninjektionen. Schienen oder Orthesen sind vor allem bei Frakturen, Ausrenkungen oder nach Operationen sinnvoll, nicht aber bei allen Problemen.
Bei akuten Verletzungen, wenn der Arm nicht gehoben werden kann, ist sofortige ärztliche Hilfe geboten. Bestehen Schmerzen und Funktionseinschränkungen länger als 4–6 Wochen, sind MRT und chirurgische Abklärung angezeigt. Eine Operation kommt bei anhaltenden Beschwerden oder vollständigen Rissen der Rotatorenmanschette in Betracht. Bei schweren Schäden oder nicht rekonstruierbarer Anatomie kann ein Schultergelenkersatz, vor allem bei älteren Patienten mit großen Rissen, die Beweglichkeit wiederherstellen, Schmerzen lindern und die Rückkehr zu Alltagsaktivitäten erleichtern.
Schwierige Wörter
- gelenk — Verbindungsstelle zwischen zwei Knochen, beweglich
- rotatorenmanschette — Gruppe von Muskeln und Sehnen der Schulter
- impingement — Einklemmung von Sehnen durch knöcherne Strukturen
- tendinitis — Entzündung einer Sehne durch wiederholte Belastung
- konservativ — Ohne Operation, mit nicht-operativen BehandlungenKonservative
- kortisoninjektion — Gezielte Injektion zur schnellen EntzündungshemmungKortisoninjektionen
- mrt — Bildgebendes Verfahren mit Magnetfeldern und Radiowellen
- arthrose — Gelenkverschleiß mit Schmerz und Bewegungsproblemen
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Diskussionsfragen
- Welche einfachen Alltagsschritte gegen Schulterschmerzen werden im Text genannt, und welche davon würden Sie ausprobieren?
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei konservativen Behandlungen im Vergleich zu einer Operation?
- Unter welchen Bedingungen, laut Text, halten Sie einen Schultergelenkersatz für sinnvoll?
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