Saia Ma'u Piukala, Regionaldirektor der WHO für den westlichen Pazifik, bereitet sich auf den World Health Summit in Berlin (12-14 October) und auf die Sitzung des Regionalkomitees auf Fiji (20-24 October 2025) vor. Er erklärt, der Rückzug der USA habe die WHO gezwungen, global umzudenken und sich umzustrukturieren. Diese Situation sieht er zwar als schmerzhaft, bietet aber die Chance, die Finanzierung zu diversifizieren und Prioritäten neu zu setzen. Mitgliedstaaten in der Region hätten ihre Unterstützung erhöht, und die WHO wolle die neue Dynamik nutzen, um zu bestimmen, welche Partner und Mittel mobilisiert werden müssen.
Auf Fiji werden die Länder insbesondere die Umsetzung der International Health Regulations und des neuen Pandemic Agreement beraten, um die regionale Vorbereitung auf künftige Gesundheitsbedrohungen zu stärken. Zu den drei Hauptprioritäten der Sitzung gehören verstärkte Maßnahmen zu nichtübertragbaren Krankheiten (einschließlich Tabak und Alkohol), Klima und Gesundheit sowie die Vorbereitung auf Gesundheitsnotfälle. Die Klimaarbeit soll eine regionale Roadmap und eine fünfjährige Strategie enthalten, die durch das Asia-Pacific Centre for Environment and Health in Seoul begleitet wird. Die WHO will zudem den Einsatz von AI für Telemedizin und Diagnostik prüfen und dabei Fragen der Gerechtigkeit stellen.
Philanthropische Partnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Strategie: die Zusammenarbeit mit dem Institute of Philanthropy in Asien und Gespräche auf der Konferenz des Asian Venture Philanthropy Network in Hongkong haben Interesse geweckt. Die WHO investiert außerdem in das Management von Infodemien und fordert die Mitgliedstaaten auf, die kommerziellen Determinanten der Gesundheit anzugehen, die zur Last nichtübertragbarer Krankheiten beitragen. Ein großer regionaler Erfolg war die im September bekannt gegebene Eliminierung von Masern und Röteln in 21 Pacific Island Countries. Piukala, der aus Tonga stammt, nannte dieses Ergebnis persönlich bedeutsam und sagte, Partnerschaften, diversifizierte Finanzierung und stärkere regionale Governance seien nötig, um weiter Fortschritte zu machen.
Schwierige Wörter
- regionaldirektor — Leiter einer WHO-Region, verantwortlich für Arbeit dort
- rückzug — Zurücknehmen von Unterstützung oder Beteiligung durch einen Staat
- umzustrukturieren — Organisation neu ordnen, Aufgaben und Abläufe ändern
- diversifizieren — Geldquellen oder Aktivitäten breiter und unterschiedlich machen
- nichtübertragbare Krankheit — Krankheit, die nicht von Person zu Person übertragen wirdnichtübertragbaren Krankheiten
- infodemie — Schnelle Verbreitung falscher oder irreführender InformationenInfodemien
- determinante — Faktor, der das Gesundheitsverhalten oder Ergebnis beeinflusstDeterminanten
- eliminierung — Beseitigung einer Krankheit in einem Gebiet
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche konkreten Maßnahmen könnten Mitgliedstaaten ergreifen, um die Finanzierung der WHO regional zu diversifizieren?
- Welche Chancen und welche Risiken sehen Sie beim Einsatz von AI in Telemedizin und Diagnostik in Bezug auf Gerechtigkeit?
- Warum ist nach dem Erfolg bei Masern und Röteln stärkere regionale Governance wichtig, um weitere Fortschritte zu sichern?
Verwandte Artikel
Neue PET-Studie zeigt veränderte Hirnmarker bei Parkinson
Eine Studie mit PET-Bildgebung verglich zwei Hirnmarker bei Gesunden und Menschen mit Parkinson. Bei Parkinson bricht die übliche Beziehung zwischen diesen Markern zusammen, was frühe Erkennung und kombinierte Tests wichtig macht.
KI entdeckt neues Ziel gegen Affenpocken
Forscher nutzten AlphaFold 3, um ein virales Oberflächenprotein namens OPG153 als Ziel für Antikörper zu finden. Mäuse bildeten nach Injektion eines künstlichen OPG153-Antigens neutralisierende Antikörper, was neue Impf- und Therapieansätze möglich macht.
Hohe Antioxidantien-Dosen können Spermien und Nachkommen schaden
Eine Studie an Mäusen zeigt: Regelmäßige Einnahme hoher Antioxidantien-Mengen schädigt die Spermien-DNA und verändert Schädel und Gesicht der Nachkommen. Forschende raten Männern, die Kinder planen, zu vorsichtigem Umgang mit hohen Dosen.
Studie: Alternative Medizin und Überleben bei Brustkrebs
Eine große Studie zeigt, dass Patientinnen mit Brustkrebs, die nur alternative Medizin nutzen, schlechtere Überlebenschancen haben. Auch Patientinnen, die alternative Methoden zusätzlich zu traditionellen Behandlungen verwenden, hatten ein erhöhtes Sterberisiko.
GLO1 schützt gegen Calcium‑Schäden im Gehirn
Forscher der Yale School of Medicine fanden, dass das Protein GLO1 bei hohem zellulärem Calcium ansteigt und vor Schäden schützt. Die GLO1-Aktivität fällt mit dem Alter, was die Widerstandsfähigkeit des Gehirns gegen Degeneration senken kann.