Eine in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics veröffentlichte Studie stellt klar, dass kein Zusammenhang zwischen der Beschneidung neugeborener Jungen und Autismus besteht. Die Forscher analysierten Daten aus der US-weiten ECHO-Studie, die von den National Institutes of Health unterstützt wird. Die Ergebnisse sollen Eltern beruhigen, da frühere Veröffentlichungen und Medienberichte zu Unsicherheiten geführt hatten.
Befürchtungen hinsichtlich eines möglichen Risikos stammten aus zwei Beobachtungsstudien der Jahre 2013 und 2015. Gleichzeitig sind Autismus-Diagnosen in den USA deutlich gestiegen. Nach Angaben der CDC stieg die Autismus-Prävalenz von 1 zu 150 im Jahr 2000 auf 1 zu 31 im Jahr 2022. Experten weisen darauf hin, dass Ärzte die Erkrankung heute möglicherweise nur besser erkennen.
Ein Forschungsteam unter Leitung von Monica McGrath untersuchte Daten von 2.771 Jungen an 14 Standorten in den USA. Die wichtigsten Ergebnisse lauten:
- Etwa 66 % der Jungen wurden vor dem Verlassen der Geburtsklinik beschnitten.
- Etwa 7 % der Jungen hatten eine erfasste Autismus-Diagnose.
- Die Autismus-Rate betrug 6 % bei beschnittenen und 9 % bei nicht beschnittenen Jungen.
Auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie dem Alter der Eltern gab es keinen signifikanten Zusammenhang. Die Studie zeigt somit, dass die Beschneidung im Hinblick auf Autismus sicher ist. Das Team untersucht nun weiter, welche anderen Faktoren den Anstieg der Diagnosen erklären könnten.
Schwierige Wörter
- beschneidung — medizinischer Eingriff an der männlichen Vorhaut
- zusammenhang — Verbindung oder Beziehung zwischen zwei Phänomenen
- befürchtung — Sorge oder Angst vor einer negativen EntwicklungBefürchtungen
- prävalenz — Häufigkeit des Vorkommens einer bestimmten Krankheit
- signifikant — statistisch deutlich nachweisbar und nicht zufälligsignifikanten
- analysieren — etwas systematisch untersuchen und genau auswertenanalysierten
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Diskussionsfragen
- Warum sind wissenschaftliche Studien wichtig, um Ängste bei Eltern abzubauen?
- Welche Gründe könnten dazu führen, dass medizinische Diagnosen im Laufe der Zeit häufiger gestellt werden?
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