Aaron Hipp von der North Carolina State University und sein Team führten eine internationale Multi‑Site‑Studie durch, weil sie eine Untersuchung von Roger Ulrich aus dem Jahr 1991 replizieren wollten. Seitdem gibt es neue Videomedien und Forschungsmethoden, daher prüften die Forschenden die Effekte erneut.
Fast 1.000 Freiwillige in Laboren in Europa und den USA sahen zuerst ein zehnminütiges Stressvideo mit Arbeitsunfällen. Danach sahen sie zufällig eines von sechs zehnminütigen Umweltvideos: zwei natürliche Szenen (Wald, Bach) und vier städtische Szenen (z. B. Fußgängerzonen, Verkehr). Fragebögen fragten nach Furcht, Zorn, positiven Gefühlen, Traurigkeit und Aufmerksamkeit. Sensoren zeichneten Herzaktivität, Schwitzen und Herzratenvarianz auf.
Das Stressvideo löste klare psychologische und physiologische Reaktionen aus. Nach den Umweltvideos berichteten die Personen mit Naturszenen mehr positive Gefühle und weniger Zorn. Die physiologischen Messwerte verbesserten sich über die Zeit bei allen Gruppen, und insgesamt gab es keine schnellere körperliche Erholung nach Naturvideos wie in der Studie von 1991.
Bei einzelnen Szenen zeigte das Waldvideo stärkere Beruhigung, während das Bachvideo kaum Vorteile brachte, möglicherweise wegen lauter Wassergeräusche. Hipp beschreibt die Effekte als klein, aber konsistent.
Schwierige Wörter
- replizieren — eine frühere Studie genau noch einmal durchführen
- freiwilliger — Person, die freiwillig an einem Projekt teilnimmtFreiwillige
- herzratenvarianz — Veränderung der Zeit zwischen Herzschlägen
- physiologisch — zum Körper und seinen Funktionen gehörendphysiologische
- beruhigung — Zustand mit weniger Stress und mehr Ruhe
- konsistent — immer wieder ähnlich in mehreren Fällen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Haben Sie lieber Natur- oder Stadtbilder zur Entspannung? Warum?
- Welche Messung aus dem Text (Fragebogen oder Sensoren) erscheint Ihnen wichtiger? Begründen Sie kurz.
- Warum könnten verschiedene Naturszenen (z. B. Wald, Bach) unterschiedliche Effekte haben?
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