Ein Bericht des United Nations University Institute for Water, Environment and Health (UNU-INWEH) warnt, dass die rasch steigende weltweite Nachfrage nach Mineralien für saubere Energie und digitale Technologien in einigen der ärmsten Bergbauregionen zu erheblichen Umwelt- und Gesundheitsproblemen führt. Lithium, Kobalt, Nickel, Graphit und Seltene Erden werden als „Öl des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet, weil sie für Elektrofahrzeuge, Batterien, Solarpaneele, Windturbinen, Rechenzentren und künstliche Intelligenz unverzichtbar sind.
Die Nachfrage nach kritischen Mineralien verdreifachte sich zwischen 2010 und 2023; sie könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln und bis 2050 vervierfachen. Besonders stark wäre der Bedarf an Lithium, Graphit und Kobalt: Gegenüber 2020 könnte ihre Nachfrage bis 2050 um nahezu 500 Prozent steigen, falls die Erwärmung auf 1,5 oder 2 Grad Celsius begrenzt wird. Afrika verfügt über etwa 30 Prozent der globalen Vorräte. Die Demokratische Republik Kongo, Madagaskar und Marokko halten zusammen mehr als die Hälfte der Kobaltreserven; die DRC liefert mehr als 60 Prozent der globalen Kobaltproduktion.
Der Bericht dokumentiert konkrete Belastungen: Für die Produktion einer Tonne Lithium werden etwa 1,9 Millionen Liter Wasser benötigt. 2024 erreichte die weltweite Lithiumproduktion außerhalb der USA rund 240.000 Tonnen und verbrauchte dabei schätzungsweise 456 Milliarden Liter Wasser – genug für den jährlichen häuslichen Bedarf von etwa 62 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika. Die Gewinnung einer Tonne seltener Erden kann rund 2.000 Tonnen giftigen Abfalls erzeugen; die Produktion 2024 erzeugte schätzungsweise 707 Millionen metrische Tonnen solchen Abfalls.
UNU-INWEH fordert Reformen statt Verzicht auf grüne Technologien: Lieferketten sollen umstrukturiert, Recycling und Forschung zur Materialsubstitution gefördert, Umweltstandards durchgesetzt und Wasser geschützt werden. Die Autoren verlangen zudem verbindliche Sorgfaltspflichten, Handelsregeln zum Schutz von Menschenrechten und Wasser sowie Unterstützung für Umwelt- und Gesundheitswiederherstellung in den betroffenen Regionen.