Postmenopausale Frauen haben wegen sinkender Östrogenspiegel ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Eine Studie prüfte nun, ob kardiovaskuläres Risiko und Frakturraten zusammenhängen, und fand klare Zusammenhänge.
Die Untersuchung, erschienen in The Lancet Regional Health – Americas, verwendete den PREVENT-Score (2024) der American Heart Association zur Abschätzung des 10-Jahres-Risikos. Mehr als 21.000 Frauen aus der Women’s Health Initiative wurden in vier Risikogruppen eingeteilt.
Am stärksten war die Verbindung bei Hüftfrakturen: Frauen mit hohem kardiovaskulärem Risiko hatten ein deutlich erhöhtes Hüftrisiko gegenüber der Niedrigrisiko-Gruppe, die intermediäre Gruppe hatte ein moderat erhöhtes Risiko. Der Zusammenhang zeigte sich auch für Wirbelsäule, Unterarm und Schulter und war bei jüngeren Frauen stärker. Die mittlere Zeit bis zur Hüftfraktur war in der Hochrisikogruppe kürzer.
Als mögliche Ursachen nennen die Forschenden Entzündungen, oxidativen Stress, veränderte Kalziumregulation, verminderte Durchblutung durch Atherosklerose und hormonelle Änderungen nach der Menopause. Maßnahmen wie körperliche Aktivität, Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung, Nichtrauchen sowie Diabetes- und Blutdruckkontrolle können beide Risiken senken.
Schwierige Wörter
- östrogenspiegel — Menge des Hormons Östrogen im Blut
- kardiovaskulär — das Herz und die Blutgefäße betreffendkardiovaskuläres, kardiovaskulärem
- hüftfraktur — Bruch des Oberschenkelknochens nahe der HüfteHüftfrakturen
- atherosklerose — Einengung der Arterien durch Ablagerungen an Wänden
- entzündung — Reaktion des Körpers auf Verletzung oder KrankheitEntzündungen
- oxidativer stress — Schäden durch reaktive Sauerstoffmoleküle in Zellenoxidativen Stress
- kalziumregulation — Steuerung des Kalziumhaushalts im Körper
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche der genannten Maßnahmen würden Sie in Ihrem Alltag ändern, und warum?
- Wie könnten körperliche Aktivität und Ernährung helfen, sowohl Herz- als auch Knochenprobleme zu verhindern?
- Glauben Sie, dass diese Ergebnisse für alle Frauen gelten? Begründen Sie kurz Ihre Meinung.
Verwandte Artikel
Neues orales Medikament gegen Schlafkrankheit
Europäische Regulierer haben das orale Medikament Acoziborole zugelassen. Die Einmaldosis erleichtert Diagnose und Behandlung in einem Termin; Sanofi stellt Dosen her und will sie der Weltgesundheitsorganisation spenden. Nationale Zulassungen bleiben nötig.
KI soll Todesursachen in armen Ländern besser erfassen
Ein dreijähriges Projekt namens CODA will mit künstlicher Intelligenz Sterbedaten in Ländern mit niedrigem Einkommen verbessern. Das System nutzt Interviews und historische Daten; begrenzte Tests sind ab September in Südafrika und Bangladesch geplant.