Eine Untersuchung unter der Leitung von Heather Stapleton von der Nicholas School of the Environment der Duke University, veröffentlicht in Environmental Science & Technology Letters, zeigt, dass Schutzkleidung für Feuerwehrleute nicht nur PFAS, sondern auch bromierte Flammschutzmittel (BFRs) enthalten kann. PFAS werden eingesetzt, um Textilien wasser- und ölabweisend zu machen und stehen im Verdacht, Erkrankungen wie Krebs, Schilddrüsenleiden und Entwicklungsstörungen zu begünstigen.
Die Forschenden analysierten Einsatzkleidung, die zwischen 2013 und 2020 hergestellt wurde, sowie neuere Ausrüstung aus dem Jahr 2024, die als nicht mit PFAS behandelt beworben wurde. In den älteren Stücken fanden sie PFAS; in der neueren Ausrüstung nur noch Spuren, die wahrscheinlich aus Umweltkontamination stammen. Überraschend war, dass alle untersuchten Kleidungsstücke BFRs enthielten und die höchsten BFR-Werte in der neueren, als PFAS-frei beworbenen Ausrüstung gemessen wurden. Am häufigsten wurde decabromodiphenyl ethane nachgewiesen, eine Substanz, die mit Schilddrüsenproblemen in Verbindung gebracht wird.
Ob die gemessenen BFR-Konzentrationen zu einer höheren Belastung der Einsatzkräfte oder zu konkreten gesundheitlichen Folgen führen, bleibt derzeit offen. Vor diesem Hintergrund fordern Stapleton und ihr Team weitere Untersuchungen zu BFRs und anderen Ersatzchemikalien sowie mehr Transparenz von den Herstellern. Sie betonen, dass Feuerwehren klare Informationen brauchen, um informierte Entscheidungen zu treffen und Feuerwehrleute besser zu schützen. Stapleton leitet außerdem eine weitere Studie zum Krebsrisiko bei Feuerwehrleuten.
- Mehr Forschung zu Ersatzstoffen
- Höhere Transparenz der Hersteller
- Bessere Informationen für Feuerwehren
Schwierige Wörter
- Schutzkleidung — Kleidung zum Schutz bei gefährlichen Einsätzen
- Flammschutzmittel — Stoffe, die Entzündung oder Feuer verzögernbromierte Flammschutzmittel
- Umweltkontamination — Verschmutzung der Umgebung durch Schadstoffe
- Ersatzchemikalie — Stoff, der anstelle eines anderen benutzt wirdErsatzchemikalien
- Transparenz — Offenheit und klare Informationen von Akteuren
- Schilddrüsenleiden — Krankheit oder Störung der Schilddrüse
- Belastung — körperliche oder chemische Wirkung auf eine Person
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie sollten Feuerwehren Ihrer Meinung nach mit der Information umgehen, dass neuere Ausrüstung BFRs enthält?
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Einsatz von Ersatzchemikalien in Schutzkleidung?
- Welche konkreten Informationen sollten Hersteller offenlegen, damit Feuerwehren informierte Entscheidungen treffen können?
Verwandte Artikel
Hydrogel-Verband gibt Antibiotikum nur bei Infektion frei
Forscher entwickelten ein intelligentes Hydrogel, das ein Antibiotikum erst freisetzt, wenn schädliche Bakterien Beta-Lactamasen produzieren. Tests in Labor und an Mäusen zeigten gezielte Wirkung, bessere Wundheilung und weniger unnötigen Antibiotikaeinsatz.
Welche Nahrungsmittelallergien bei Kindern verschwinden?
Einige Nahrungsmittelallergien bei Kindern, etwa gegen Milch und Ei, verschwinden oft. Andere wie Erdnuss, Baumnüsse, Sesam oder Schalentiere bleiben meist länger. Faktoren wie IgE-Werte, Schwere der Allergie und Gene beeinflussen die Chance auf Toleranz.
Medikamente gegen Parkinson können Darmbakterien verändern
Neue Forschung zeigt: Bestimmte Zusatzmedikamente für Parkinson verändern das Darmmikrobiom und können dadurch die Wirkung von Levodopa verringern. Die Studie nennt einen Zweischritt‑Mechanismus und empfiehlt weitere Untersuchungen.
Dry January: Eine einmonatige Pause vom Alkohol
Jeden Januar machen viele Menschen weltweit beim Dry January mit. Sie verzichten einen Monat auf Alkohol, vergleichen Erfahrungen online und berichten von besserem Schlaf und mehr Energie. Experten warnen aber vor Risiken bei starkem Langzeitkonsum.