Fiume o morte! – D’Annunzio und die Besetzung von RijekaCEFR B2
13. Apr. 2026
Adaptiert nach Metamorphosis Foundation, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Marjan Blan, Unsplash
Der Film „Fiume o morte!“ von Igor Bezinović ist eine Ko‑Produktion von Croatia, Italy and Slovenia und arbeitet mit umfangreichem Archivmaterial, um die Besetzung von Rijeka 1919 zu rekonstruieren. Bezinovićs hybrid‑dokumentarischer Ansatz mischt dokumentarische Belege mit komischen und dramatischen Nachstellungen; er verwendet mehr als 10,000 Archivfotos und hunderte Filmaufzeichnungen als Quellen und setzt rund 100 nicht‑professionelle Schauspieler und Statisten ein.
Im Fokus steht die 16‑month period nach dem Ersten Weltkrieg, als Gabriele D’Annunzio am September 11, 1919 in Rijeka einmarschierte und die Italienische Regentschaft von Carnaro ausrief. Im November 1920 einigten sich das Königreich Italien und das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf ein Abkommen, das Rijeka dem Königreich SCS zuschrieb. Italienische Einheiten zwangen schließlich D’Annunzio zum Rückzug: Seine Legionäre verließen die Stadt am January 5, 1921 und D’Annunzio etwa zwei Wochen später.
Der Film behandelt D’Annunzio als Wegbereiter des italienischen Faschismus, zeigt die Wiederbelebung des römischen Grußes und dokumentiert, dass er mehr als 5,000 junge Italiener nach Rijeka brachte, einer Stadt mit around 30,000 Einwohnern damals. Weiterhin hält der Film fest, dass Legionäre zu Beginn der Besetzung around 10 vietnamesische Soldaten töteten und nennt kurze Besuche von Filippo Tommaso Marinetti und Benito Mussolini.
„Fiume o morte!“ erhielt 2025 breite Anerkennung und gewann 30 Preise, darunter den European Film Academy prize für den besten Dokumentarfilm, den Tiger Award und den FIPRESCI Prize beim International Film Festival Rotterdam sowie sechs Golden Arena Awards beim Pula Film Festival. Er wurde als kroatischer Kandidat für den 2026 Academy Award ausgewählt, war aber kein Finalist. Bezinović rahmt die Besetzung als politisches Theater und zeigt, wie Schau, Ritual und Mythos die „Ästhetisierung der Politik“ fördern und extremistische Politik attraktiv erscheinen lassen.
Schwierige Wörter
- koproduktion — gemeinsame Herstellung eines Films zwischen LändernKo‑Produktion
- archivmaterial — gesammelte historische Fotos und Filmaufnahmen
- Nachstellung — das Nachspielen historischer Ereignisse für FilmNachstellungen
- statist — Person ohne Sprechrolle in einem FilmStatisten
- einmarschieren — militärisch in eine Stadt einzieheneinmarschierte
- besetzung — militärische Kontrolle über einen Ort
- ästhetisierung — politische Handlungen als Kunst darstellen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie beeinflusst die Mischung aus Archivmaterial und Nachstellungen dein Vertrauen in die historischen Aussagen des Films? Begründe kurz.
- Welche Rolle spielen Schau, Ritual und Mythos laut Text bei der 'Ästhetisierung der Politik'?
- Welche Vor- und Nachteile siehst du, wenn viele nicht-professionelle Schauspieler in historischen Rekonstruktionen eingesetzt werden?
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