Steven Tang zeichnet lokales Essen in HongkongCEFR B2
1. Nov. 2025
Adaptiert nach Hong Kong Free Press, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Jeanne Rose Gomez, Unsplash
Der 26-jährige Steven Tang zeichnet in Hongkong lokale Gerichte von Hand und hat seit 2018 auf Instagram mehr als 45.000 Follower gewonnen. Als Autodidakt begann er, weil er als Feinschmecker seine Lieblingsgerichte auf Papier festhalten wollte. Sein erstes Werk, das öffentliche Aufmerksamkeit erhielt, war 2018 eine Schüssel Yunnan-Nudeln vom lokalen Restaurantnetz TamJai. Seitdem nahm er an Gruppenausstellungen teil und war 2023 in Art Central sowie im letzten Jahr auf der Affordable Art Fair vertreten.
Tang arbeitet oft mit Fotos als Referenz, kauft aber gelegentlich das Essen und bringt es ins Atelier, um eine „ideale“ Version zu arrangieren. Danach verändert er Form, Farbe oder Komposition, damit die Zeichnung stärker wirkt. Bei einem Siu-mei-Teller fügte er Char Siu hinzu, ohne das Fleisch zu kaufen, weil er kein perfekt geformtes Barbecue fand. Er vermeidet Gerichte mit viel Sauce, da sie auf Papier weniger einladend wirken. Außerdem dokumentiert er Geschmäcker, die verschwinden könnten, etwa ein Mensaessen der Chinese University of Hong Kong, die später schloss.
Nach mehr als sieben Jahren mit Essenszeichnungen steht er vor kreativen Grenzen: vertraute Motive neu zu zeigen ist anspruchsvoll. Früher nutzte er verspielte Kompositionen, zum Beispiel formte er ein Schweinefleischlaibchen so, dass es wie Lion Rock aussah. Zugleich hat er seine Social‑Media‑Strategie angepasst: statt nur Zeitraffer-Videos fügt er jetzt kurze Clips mit echten Esswerkzeugen hinzu, weil sich die Algorithmen änderten. Seine größte praktische Schwierigkeit ist, Zeit für ein Atelier und das Unterrichten zu finden und gleichzeitig neue Arbeiten zu schaffen. Er ist noch nicht bereit, das Unterrichten aufzugeben, denn der Kunstmarkt mag seine Arbeit nicht unbedingt und bleibt ein Glücksspiel.
Blick nach vorn: Tang wird im September nächsten Jahres seine erste Einzelausstellung zeigen und muss dafür mehr als 10 neue Zeichnungen erstellen. Er plant auch, einen seit über fünf Jahren ruhenden kantonesischsprachigen YouTube-Kanal wiederzubeleben. Zur aufkommenden künstlichen Intelligenz sagte er, erfolgreiche Künstler behalten ihren Wert, wenn sie eine deutliche persönliche Marke aufbauen: „KI (AI) kann vielleicht ein Gemälde von Van Gogh erzeugen, aber man wird sein Werk nicht wegen AI für wertlos halten.“ Er hofft, dass eines Tages sein Name als Buntstift-Künstler in Hongkong als erster genannt wird.
Schwierige Wörter
- autodidakt — Person, die sich ohne Lehrer selbst etwas beibringt.
- atelier — Arbeitsraum eines Künstlers, meist für Kunstwerke.
- komposition — Anordnung von Formen, Farben oder Teilen im Bild.Kompositionen
- ausstellung — Präsentation von Kunstwerken an einem öffentlichen Ort.Gruppenausstellungen, Einzelausstellung
- algorithmus — Regel oder Programm, das Daten automatisch verarbeitet.Algorithmen
- künstliche Intelligenz — Computertechnik, die Aufgaben wie menschliches Denken ausführt.künstlichen Intelligenz
- kunstmarkt — Markt, auf dem Kunstwerke gekauft und verkauft werden.
- verspielt — auf kreative, oft ungewöhnliche Weise gestaltet oder dargestellt.verspielte
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile könnte es für Tang haben, gleichzeitig zu unterrichten und neue Arbeiten zu schaffen? Nennen Sie Gründe.
- Wie könnte Tang seine Zeichnungen nutzen, um Geschmäcker oder Gerichte zu dokumentieren, die verschwinden könnten?
- Was denken Sie: Wie wichtig ist eine persönliche Marke für Künstler in Zeiten von künstlicher Intelligenz? Begründen Sie kurz.
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