Letní škola (2001): Film über Identität und FamilieCEFR B2
17. Aug. 2025
Adaptiert nach Filip Noubel, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Daniel Silva, Unsplash
Letní škola (2001) ist derzeit in den Kinos der Tschechischen Republik zu sehen und war im Juli 2025 beim Karlovy Vary Film Festival vertreten. Der Film verknüpft persönliche Familiengeschichten mit einer längeren historischen Perspektive und thematisiert Identität, Sprache und Spannungen innerhalb der vietnamesischen Gemeinschaft, die heute auf geschätzte 80,000 bis 100,000 Menschen kommt.
Die Handlung spielt 2001 in Cheb an der tschechisch-deutschen Grenze, einer Stadt, deren Märkte lange von vietnamesischen Händlerinnen und Händlern geprägt waren. Nach der schnellen Umstellung auf die Marktwirtschaft nach 1989 bewegten sich diese Märkte häufig in einer Grauzone; es gab gefälschte Kleidung, Tabak und nicht deklarierte Elektronik. Historisch begann die erste größere Ankunftswelle in den 1960er Jahren im Rahmen sozialistischer Internationalprogramme, bei denen Studierende und Arbeitskräfte nach Tschechoslowakei kamen. Neuankömmlinge erhielten Tschechischkurse, Wohnheimplätze und Arbeit, sollten aber eigentlich zurückkehren. Nach 1989 blieben manche und gründeten Kleingewerbe wie Spätshops, billige Restaurants und später Nagelstudios.
Der Film konzentriert sich auf eine Familie und besonders auf den älteren Sohn Kien, der in der Tschechischen Republik geboren, aber für zehn Jahre nach Vietnam geschickt wurde. Er kehrt mit Irokesenfrisur und auffällig roten Haaren zurück und fühlt sich von Teilen der tschechisch-vietnamesischen Gemeinschaft ausgegrenzt. Er beginnt eine romantische Beziehung mit seinem männlichen Tschechischlehrer Viktor, der ebenfalls Vietnamese ist. Regisseur Dužan Duong (Duong Viet Duc), 1991 in Vietnam geboren und vorwiegend in der Tschechischen Republik aufgewachsen, nutzte den Film auch, um Konflikte mit den Eltern zu verarbeiten und ein realistisches Bild von Familienleben zu zeigen. Wissenschaftler und Mitglieder der Gemeinschaft weisen darauf hin, dass LGBTQ+-Themen für viele ältere Migrantinnen und Migranten ein starkes Tabu bleiben, was ein Coming-out in der Diaspora erschwert. Gleichzeitig tritt eine oft tschechischsprachige zweite Generation hervor, die in Politik, Medien, Medizin, Recht, Musik und Onlinekultur arbeitet, wobei Sprachunterschiede weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Schwierige Wörter
- verknüpfen — zwei Dinge miteinander verbinden oder in Beziehung setzenverknüpft
- Perspektive — Art, wie man etwas zeitlich oder gedanklich sieht
- Spannung — konfliktartige Gefühle oder ungelöste Probleme zwischen GruppenSpannungen
- Grauzone — unerklärter Bereich zwischen legal und illegal
- ausgrenzen — jemanden sozial oder gesellschaftlich nicht akzeptierenausgegrenzt
- Kleingewerbe — kleine, selbstständige Geschäfte oder Firmen
- Wohnheimplatz — ein Platz in einem gemeinsamen Wohngebäude für StudierendeWohnheimplätze
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie beeinflusst die Sprache die Identität der zweiten Generation in der beschriebenen Gemeinschaft?
- Welche Folgen kann es haben, wenn ältere Migrantinnen und Migranten LGBTQ+-Themen als Tabu ansehen?
- Inwiefern veränderte die schnelle Umstellung auf die Marktwirtschaft nach 1989 das wirtschaftliche Leben der vietnamesischen Familie im Text?
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