Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine wachsende globale Gesundheitskrise. Mehr als 3,5 Millionen Menschen sterben jährlich, und COPD ist inzwischen für etwa 5 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Die Krankheit umfasst unter anderem Emphysem und chronische Bronchitis.
Rund 90 Prozent der Todesfälle treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf. Dort sind Diagnosen schwer, spezialärztliche Versorgung ist selten und empfohlene Kombinationsinhalatoren sind oft nicht verfügbar oder zu teuer. Primäre Gesundheitssysteme sind häufig überlastet, deshalb werden viele Erkrankte erst spät erkannt.
Ein Rückgang der Auslandshilfe verschlechtert die Lage weiter, weil Kliniken schließen und Personal in den Privatsektor wechselt. Fachleute fordern Ausbildung, bessere Bezahlung und stärkere Tabak- und Luftqualitätskontrollen, um künftige Erkrankungen zu verhindern.
Schwierige Wörter
- chronisch — länger andauernd und nicht schnell heilbar
- obstruktiv — mit Verengung oder Blockade von Atemwegenobstruktive
- lungenerkrankung — Krankheit, die die Lunge betrifft
- emphysem — Schädigung der Luftsäcke in der Lunge
- spezialärztliche Versorgung — medizinische Betreuung durch Fachärzte mit spezieller Ausbildung
- kombinationsinhalator — Inhaler mit mehreren Wirkstoffen zusammenKombinationsinhalatoren
- überlastet — mit zu viel Arbeit oder Aufgaben belastet
- auslandshilfe — finanzielle oder materielle Unterstützung aus anderen Ländern
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche der im Text genannten Maßnahmen (Ausbildung, bessere Bezahlung, Tabakkontrollen, Luftqualitätskontrollen) halten Sie für am wichtigsten? Warum?
- Was könnten Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen tun, damit Diagnosen früher gestellt werden?
- Welche Folgen hat ein Rückgang der Auslandshilfe für Gesundheitseinrichtungen und Personal? Beschreiben Sie zwei mögliche Auswirkungen.
Verwandte Artikel
Afrika fordert mehr regionale Kontrolle für Gesundheitsforschung
Sinkende Entwicklungshilfe und hohe Krankheitslast treiben afrikanische Forschende zu mehr regionaler Kontrolle über Gesundheitsforschung und -entwicklung. Beispiele aus mehreren Ländern und ein WHO-Treffen in Lusaka zeigen den Wunsch nach lokaler Produktion und politischer Unterstützung.
Nanopartikel erhöhen Mitochondrien in Stammzellen
Forscher an der Texas A&M University fanden, dass blumenförmige Nanopartikel (Nanoflowers) Stammzellen mehr Mitochondrien produzieren lassen. Diese Mitochondrien können an gealterte oder geschädigte Zellen abgegeben werden und deren Energie und Funktion wiederherstellen.
Menschen mit Behinderungen in Kenia und Nigeria leiden unter COVID‑19
In armen Stadtteilen von Kenia und Nigeria verschlechterte die COVID‑19‑Pandemie den Zugang zu Gesundheit und Arbeit. Kliniken schlossen, Medikamente wurden teurer und viele Menschen mit Behinderungen verloren Einkommen oder wichtige Behandlungen.
Fette in Säuglingsnahrung belasten junge Leber
Eine Tierstudie zeigt, dass bestimmte Fette in einigen Anfangsnahrungen bei neugeborenen Tieren schneller Fett in der Leber einlagern und frühe Anzeichen einer steatotischen Lebererkrankung fördern können. Die Forschung nutzte ein Neugeborenen‑Schweinemodell.
Billigkosmetik in Lateinamerika: Giftstoffe in Marktware
In vielen Städten Lateinamerikas verkaufen informelle Stände Kosmetik ohne Etiketten oder Gesundheitszertifikat. Studien finden Arsen, Quecksilber, Blei und andere Schwermetalle; Behörden beschlagnahmten im Juli 2025 fast zwei Tonnen Fälschungen in El Cercado.