Die Cholera-Epidemie, die im Juli 2024 begann, hat sich auf 133 Gebiete in allen 18 Bundesstaaten des Sudan ausgedehnt. WHO-Vertreter Shible Sahbani berichtete, dass seit Beginn mehr als 105,000 Fälle und über 2,600 Todesfälle erfasst wurden. Er fügte hinzu, dass die Fälle in einigen Regionen zurückgehen, aber neue Infektionen in Gebieten der Vertreibung und wegen der Regenzeit erwartet werden.
Starke Regenfälle haben schwache Abwassersysteme beschädigt und Abfälle in Wohngebiete gespült, wodurch die Kontamination von Wasserquellen zunimmt. Stillstehende Pfützen bieten Brutmöglichkeiten für Fliegen, die Krankheiten übertragen können. Der Krieg hat Hunderttausende in überfüllte Notunterkünfte gezwungen, die oft kein sauberes Wasser und keine sanitären Anlagen haben; rund 80 Prozent der Gesundheitseinrichtungen sind außer Betrieb.
In der Region Tawila flohen Anfang dieses Jahres etwa 370,000 Menschen, und UN-Agenturen melden seit letztem April rund 380,000 Ankünfte. Im August behandelten Teams von Médecins Sans Frontières (MSF) zusammen mit dem Gesundheitsministerium mehr als 2,300 Cholera-Patienten, wobei ein 130-Betten-Zentrum überfordert war. MSF berichtete auch, dass Familien oft nichts anderes als schmutziges Wasser trinken, und dass in einem Lager ein Leichnam in einem Brunnen gefunden wurde.
Die Epidemie droht sich auf Nachbarländer auszubreiten: Im Tschad warnen UN-Vertreter vor verheerenden Ausbrüchen in überfüllten Lagern mit etwa 300,000 Menschen; im Dougi-Lager gab es Ende August 68 Todesfälle. Im Südsudan hatte ein Ausbruch, der im Oktober 2024 begann, bis Juli dieses Jahres mehr als 80,000 Fälle und 1,400 Todesfälle. UN-Agenturen fordern dringend US$50 million für die Cholera-Reaktion, von denen bisher nur 16 Prozent eingegangen sind. Helfer sagen, schnelles Handeln ist nötig, doch solange der Krieg andauert, bleiben Maßnahmen vor allem lindernd.
Schwierige Wörter
- epidemie — schnelle, große Verbreitung einer ansteckenden Krankheit
- erfassen — offiziell Fälle oder Daten registrierenerfasst
- kontamination — Verschmutzung von Wasser oder Luft
- brutmöglichkeit — Ort, an dem Insekten Nachwuchs bekommenBrutmöglichkeiten
- notunterkunft — vorübergehender Schlaf- und Schutzort für MenschenNotunterkünfte
- sanitäre Anlage — Toiletten, Duschen und Abwasseranlagensanitären Anlagen
- lindern — weniger schwer oder schmerzhaft machenlindernd
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Diskussionsfragen
- Welche kurzfristigen Maßnahmen könnten in überfüllten Notunterkünften helfen, die Ausbreitung von Cholera zu reduzieren? Nennen Sie drei Beispiele und begründen Sie kurz.
- Welche langfristigen Veränderungen an Infrastruktur und Wasseranlagen wären nötig, um solche Epidemien in Zukunft zu verhindern?
- Wie könnten Nachbarländer und internationale Organisationen zusammenarbeiten, um eine Ausbreitung der Epidemie zu stoppen? Nennen Sie konkrete Schritte.
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