Nepal ist seit 1993 Vertragspartei des Übereinkommens über die biologische Vielfalt. Schutzgebiete decken derzeit 23,39 Prozent des Landes ab. 2022 verabschiedete die COP15 das Kunming‑Montreal Global Biodiversity Framework mit dem Ziel, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Erdoberfläche zu schützen, darunter auch von indigenen Völkern verwaltete Flächen.
Als Folge dieses Rahmens identifizierte das Ministerium für Forst und Umwelt in Workshops mehrere potenzielle OECMs (other effective area-based conservation measures). Eine vorgeschlagene Fläche ist die Chepang-Landschaft. Die Community bewirtschaftet geschätzt 300 Hektar Wald auf mehreren Hügeln. Die Wälder liefern wild wachsende Früchte, Heilkräuter und bieten Lebensraum für Vögel; Teile der Landschaft sind zudem heilig.
Die Regierung schlug die Chepang-Landschaft als OECM vor. Es gibt jedoch Bedenken wegen fehlender Eigentumsurkunden und unklarer Grenzen zwischen Wanderfeldbau (Khoriya) und Gemeinschaftswäldern. Potenzielle Finanzierungen wie Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen, Kohlenstoffgutschriften oder Ökotourismus müssten gerecht geteilt werden. Stakeholder-Konsultationen und echte Einbindung der Chepang sind unerlässlich.
Schwierige Wörter
- vertragspartei — Staat, der einem internationalen Vertrag beigetreten ist
- schutzgebiet — Gebiet, das zum Schutz von Natur dientSchutzgebiete
- bewirtschaften — Land oder Wald für Menschen nutzen und pflegenbewirtschaftet
- wanderfeldbau — landwirtschaftliche Praxis mit wechselnden Feldern
- eigentumsurkunde — Schriftliches Dokument, das Besitz einer Person beweistEigentumsurkunden
- ökosystemdienstleistung — Nutzen der Natur für Menschen und WirtschaftÖkosystemdienstleistungen
- kohlenstoffgutschrift — Zertifikat für vermiedene oder gespeicherte KohlenstoffmengeKohlenstoffgutschriften
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Diskussionsfragen
- Wie sollte Ihrer Meinung nach die Regierung die Chepang in Entscheidungen über die Landschaft einbeziehen?
- Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn bis 2030 mindestens 30 Prozent der Erdoberfläche geschützt werden?
- Wie könnten Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen gerecht zwischen Gemeinde und Staat geteilt werden?
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