Belarus eröffnet Verfahren gegen Komiker KomissarenkoCEFR B2
22. Aug. 2024
Adaptiert nach Daria Dergacheva, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Andrew Keymaster, Unsplash
Das Ermittlungskomitee von Belarus hat ein besonderes Ermittlungsverfahren gegen den Stand‑up‑Komiker Vyacheslav Komissarenko eröffnet. In der Anklage geht es um Verleumdung und Beleidigung des belarussischen Präsidenten Alyaksandr Lukashenka. Komissarenko hat sich in seinen öffentlichen Auftritten nach den Protesten 2020 wiederholt kritisch zum Regime und zu Sicherheitskräften geäußert.
Bekannt wurde er unter anderem durch das „Chyk-Chyryk“-Meme. Der Ausdruck entstand aus einem Scherz, in dem die beiden Komiker sagten, Lukashenka könne viele Länder nicht besuchen, woraufhin der Satz „Ach wirklich, dann fliege ich eben selbst! Chyk‑Chyryk“ entstand. Videoaufnahmen zeigen Komissarenko, wie er mit dem Ausdruck Lukashenkas Bildung und Vorstellungsvermögen verspottet. Während seines Exils gab er auch ein Interview mit dem Journalisten Yuri Dud.
Komissarenko berichtete weiter, belarussische Sicherheitskräfte hätten das Haus seiner Eltern durchsucht und er habe Anrufe und SMS von Dienststellen erhalten. Er verließ Belarus, ging zunächst nach Russland und verließ 2022 Russland aus Angst vor möglicher Verfolgung. Später zog er nach Kiew, nachdem er gesagt hatte, der KGB setze ihn auf eine Fahndungsliste.
Im April 2023 erklärte Komissarenko, Deutschland habe ihm ein humanitäres Visum verweigert; auf seinem YouTube‑Kanal mit 1,43 Millionen Abonnenten schrieb er, der deutsche Konsul glaube nicht, es sei unsicher für ihn, nach Russland oder Belarus zu reisen. Er sagte auch, Spanien habe sich geweigert, seine Gelder zu legalisieren und habe sie als „schmutziges Geld aus schmutzigen Witzen“ bezeichnet. Später erhielt er ein Talentvisum für die Vereinigten Staaten. Welche rechtlichen Schritte in Belarus folgen und ob die Behörden seine Rückkehr verlangen, ist derzeit unklar.
Schwierige Wörter
- ermittlungskomitee — Gruppe, die offizielle Untersuchungen durchführt
- ermittlungsverfahren — formelle Abläufe einer strafrechtlichen Untersuchung
- verleumdung — falsche Behauptung, die den Ruf schädigt
- beleidigung — Äußerung, die eine Person erniedrigt oder verletzt
- regime — politische Führung eines Landes, oft autoritär
- exil — Leben außerhalb des Heimatlandes durch politische GründeExils
- fahndungsliste — öffentliche oder geheime Liste gesuchter Personen
- visum — offizielle Erlaubnis zur Einreise in ein Landhumanitäres Visum, Talentvisum
- legalisieren — rechtlich als erlaubt oder sauber anerkennen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Wie kann Satire, zum Beispiel das „Chyk‑Chyryk“-Meme, das politische Klima und öffentliche Meinungen beeinflussen? Nennen Sie Gründe.
- Welche Folgen kann es haben, wenn Künstler ihr Heimatland verlassen oder ins Exil gehen? Beziehen Sie sich auf Beispiele aus dem Text.
- Wie sollten Staaten Ihrer Meinung nach Risiken für Antragsteller bei Visumsentscheidungen bewerten? Begründen Sie Ihre Meinung mit Bezug auf den Artikel.
Verwandte Artikel
Afrika baut regionale Impfstoffproduktion aus
Die CPHIA 2025 in Durban diskutierte einen panafrikanischen Plan zur Ausweitung der Impfstoff- und Arzneimittelproduktion. Der Plan, geleitet von Africa CDC, sieht US$3.2 billion Investitionen vor und zielt auf mehr Produktion in Afrika bis 2040.
Fischer in Douala-Edea kämpfen gegen illegale Trawler
In und um den Douala-Edea Nationalpark bedrohen industrielle Schleppnetzfischer Mangroven, Fischbestände und die Lebensgrundlagen der Gemeinden. Gemeinden gründeten Local Collaborative Management Committees, um Beobachtung und Schutz zu verbessern.