Streit um Sexspielzeug in Goodie‑Bags beim Karneval in TrinidadCEFR B2
15. Feb. 2026
Adaptiert nach Janine Mendes-Franco, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Sonika Agarwal, Unsplash
Die Entscheidung der populären Band Tribe, rosenförmige Sexspielzeuge in Goodie‑Bags für weibliche Masqueraderinnen zu legen, löste vor dem nationalen Karneval in Trinidad und Tobago eine lebhafte Kontroverse aus. Unboxing‑Videos in sozialen Medien verstärkten die Aufmerksamkeit und machten die Aktion zum Thema in Blogs und Nachrichten.
Der römisch‑katholische Erzbischof Jason Gordon kritisierte das Geschenk von der Kanzel und sagte, die Aktion sei "zu weit gegangen"; er deutete an, die Regierung könne inhaltliche Regeln für den Karneval prüfen, falls Bands sich nicht zurückhielten. Dean Ackin, Leiter der Band Tribe, verteidigte die Aktion als Teil von Freiheit, Ausdruck, Spaß und einem gewissen Unfug, mit dem die Band das Erlebnis frisch und verspielt halten wolle.
Die Reaktionen verliefen gespalten entlang kultureller, moralischer und kommerzieller Linien. Ein viel geteilter Beitrag von Darryn Dinesh Boodan verwies auf einen Meinungsartikel im Trinidad and Tobago Guardian, der die Aufnahme des „Rose“‑Sexspielzeugs als Zeichen kulturellen Hedonismus interpretierte. Die Kolumnistin Jessica Joseph (Wired868) hob die historischen Wurzeln des Karnevals als geplante Freisetzung von Verlangen und Protest hervor. Wired868 und die Kulturaktivistin Tillah Willah wiesen zudem auf die Rolle von Kommerz und Publicity hin.
Auch Geschlechter‑ und Sicherheitsaspekte wurden diskutiert: Jessica Joseph sprach die „Orgasmenlücke“ an und betonte sexuelle Autonomie, während Gabrielle Hosein von der University of the West Indies darauf verwies, dass viele Frauen erotische Macht auch in Gemeinschaft genießen. Kritiker merkten außerdem an, der Erzbischof habe vergleichsweise zu anderen Themen geschwiegen. Eltern wie Tricia Leacock bezeichneten das Geschenk als inakzeptabel; Blogs wie ChatterBox betonten dagegen, die Rose symbolisiere weibliches Vergnügen. Die Debatte bleibt lebhaft, mit Forderungen nach Verantwortung und der weiter diskutierten Möglichkeit einer Regulierung.
Schwierige Wörter
- masqueraderin — Frau, die an einem Maskenfest teilnimmtMasqueraderinnen
- kanzel — erhöhter Platz in einer Kirche für Predigten
- zurückhalten — sich bewusst zurücknehmen oder etwas vermeidensich nicht zurückhielten
- hedonismus — Lehre oder Lebensweise, die Genuss priorisiert
- orgasmenlücke — Unterschied in der Häufigkeit von Orgasmus
- kommer z — wirtschaftliche Nutzung mit Blick auf GewinnKommerz
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche Vor- und Nachteile hätte eine staatliche Regulierung des Karnevals in dieser Debatte? Begründe deine Meinung.
- Wie beeinflusst kommerzielle Publicity kulturelle Veranstaltungen wie den Karneval, laut dem Artikel? Nenne Beispiele.
- Welche Rolle spielen Geschlechterperspektiven in der Diskussion um das Geschenk? Nenne Stellen aus dem Text, die das zeigen.
Verwandte Artikel
Creative Australia setzt Künstler und Kurator wieder für Venedig-Biennale ein
Creative Australia hob die Entscheidung auf, einen Künstler und einen Kurator für die Biennale von Venedig 2026 abzusetzen. Die Rücknahme folgte öffentlicher Debatten, einer Prüfung und einer unabhängigen Überprüfung.
Unsichere Kulturfinanzierung in Trinidad und Tobago
Marina Salandy-Brown beschreibt Kürzungen und Unsicherheit bei der Kulturfinanzierung in Trinidad und Tobago. Sie nennt NGC-Förderkürzungen, den Verkauf des Banyan-Archivs, Probleme beim NLCB, Mehrwertsteuer auf Bücher und fehlende Staatszuschüsse.
EU und Afrikanische Union: Gespräche über digitale Bedrohungen
Bei einem Gipfel in Luanda diskutierten die Afrikanische Union und die Europäische Union über steigende Cyberangriffe, Überwachung und Online-Belästigung. Journalistinnen und Journalisten sowie kritische Versorgungssysteme sind besonders gefährdet.