Eine neue Studie der Yale-Universität stellt die Idee in Frage, dass der Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren eine schnelle Evolution großer, schneller und warmblütiger Räuber ausgelöst habe. Forschende kombinierten genetische Daten mit Fossilien, um den bislang vollständigsten zeitkalibrierten Stammbaum der Scombridae zu erstellen.
Die Scombridae umfassen Thunfische und Makrelen und etwa die Hälfte der heute lebenden warmblütigen Strahlenflosser. Die Analyse datiert den Ursprung der Familie nahe dem Einschlag, doch später auftretende Merkmale wie große Körpergröße und Endothermie entwickelten sich zu unterschiedlichen Zeiten. Endothermie entstand dreimal, und mindestens zwei dieser Entwicklungen folgten 10 bis 15 Millionen Jahre nach dem Einschlag.
Die Autorinnen und Autoren schließen, dass die Körperpläne dieser Räuber sich über Zehntausende Millionen Jahre entwickelten und dass das K-Pg-Aussterben die Evolution nicht direkt ausgelöst hat. Die Ergebnisse sind auch für den Artenschutz wichtig: Die Bestände des Atlantischen Blauflossen-Thunfischs gingen wegen Überfischung stark zurück.
Schwierige Wörter
- stammbaum — Grafische Darstellung verwandter Arten und ihrer Beziehungen
- endothermie — Fähigkeit, Körpertemperatur selbst konstant zu halten
- thunfisch — Große Meeresfische, oft kommerziell gefangen und gegessenThunfische
- strahlenflosser — Gruppe von Fischen mit fächerförmigen Flossenstrahlen
- aussterben — Verschwinden vieler Arten in kurzer geologischer ZeitK-Pg-Aussterben
- überfischung — Zu starkes Fangen von Fischen, Bestände sinken
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Diskussionsfragen
- Warum ist es wichtig zu wissen, ob Merkmale wie große Körpergröße und Endothermie sofort oder später entstanden sind?
- Welche Maßnahmen gegen Überfischung könnten Ihrer Meinung nach die Bestände großer Thunfischarten schützen?
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