Eine umfangreiche Analyse von 380.000 Geburten in den USA zwischen 2012 und 2022 zeigt, dass das Familieneinkommen eng mit der Gesundheit Neugeborener verbunden ist. Etwa 37% der Mütter in der Stichprobe lebten unter 200% der bundesstaatlichen Armutsgrenze; diese Frauen hatten in nahezu allen gemessenen Bereichen schlechtere Ergebnisse, etwa kürzere Schwangerschaftsdauern und ein geringeres durchschnittliches Geburtsgewicht.
Die Autoren berichten, dass die Gesamtdifferenz zwischen niedrigem und hohem Einkommen über die zehn Jahre weitgehend stabil blieb. Allerdings stieg das Risiko für niedriges Geburtsgewicht bei einkommensschwächeren Familien stärker an als bei wohlhabenderen Familien. Konkret nannte die Studie folgende Zahlen:
- Niedriges Geburtsgewicht in einkommensschwächeren Familien: von 7,2% (2012) auf 9,4% (2022).
- Niedriges Geburtsgewicht bei höherem Einkommen: von 5,7% auf 6,3%.
Emily Dore von der Harvard TH Chan School of Public Health bezeichnete den Anstieg als „überraschend und besonders besorgniserregend“, da er hauptsächlich durch steigende Raten in einkommensschwächeren Familien getrieben wurde. Co-Autorin Megan Reynolds (University of Utah) betont, dass Wohn- und Nahrungsmittelunsicherheit sowie finanzieller Stress den Körper beeinflussen können, noch bevor eine Schwangere ärztliche Betreuung erhält.
Die Forschenden nutzten das CDC-PRAMS‑System, doch das CDC-PRAMS-Büro wurde im Frühjahr 2025 auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das Team warnt, dass der Verlust dieser Ressource die Möglichkeit beeinträchtigt, Trends in der Mütter- und Säuglingsgesundheit zu verfolgen. Die Studie erschien in JAMA Pediatrics, wurde durch Fördermittel der National Institutes of Health unterstützt und nennt Beitragende wie Daniel Collin und Rita Hamad; Quelle: University of Utah. Die Autorinnen hoffen, dass Entscheidungsträger in Einkommensunterstützung und andere Sozialprogramme investieren.
Schwierige Wörter
- armutsgrenze — Einkommen, unter dem Menschen als arm geltenbundesstaatlichen Armutsgrenze
- stichprobe — Auswahl von Fällen für eine Studie
- schwangerschaftsdauer — Zeitspanne von Beginn bis zur GeburtSchwangerschaftsdauern
- geburtsgewicht — Gewicht eines Babys direkt nach der GeburtNiedriges Geburtsgewicht
- nahrungsmittelunsicherheit — Ungewissheit, genug Nahrung regelmäßig zu haben
- entscheidungsträger — Personen, die politische oder finanzielle Entscheidungen treffen
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche konkreten Maßnahmen könnten Entscheidungsträger ergreifen, um das Risiko für niedriges Geburtsgewicht in einkommensschwächeren Familien zu reduzieren?
- Wie würde der Wegfall einer wichtigen Datenquelle wie CDC-PRAMS die Forschung und politische Entscheidungen zur Mütter- und Säuglingsgesundheit beeinträchtigen?
- Welche lokalen oder gemeindebasierten Unterstützungsangebote könnten Schwangere vor Wohn- und Nahrungsmittelunsicherheit schützen?
Verwandte Artikel
Gefährliche Chemikalien in Feuerwehrschutzkleidung
Eine Studie unter Leitung von Heather Stapleton zeigt, dass Schutzkleidung von Feuerwehrleuten PFAS und bromierte Flammschutzmittel enthalten kann. Forschende fordern mehr Forschung und mehr Transparenz von Herstellern, damit Einsatzkräfte besser geschützt werden.
Psychische Gesundheit in der Perinatalzeit
Etwa eine von fünf Frauen erlebt während der Schwangerschaft oder im ersten Jahr nach der Geburt psychische Erkrankungen. Forscherin Kara Zivin betont die Bedeutung von Unterstützung, offenem Gespräch und besserer Information für betroffene Familien.
Risk Know-How: Plattform für Gemeinschaften in Gefahren
Der neue Online‑Dienst Risk Know‑How wurde am 16. Februar auf dem AAAS‑Kongress vorgestellt. Die Plattform unterstützt Gruppen bei Krankheitsausbrüchen, extremem Wetter und Risiken durch künstliche Intelligenz, wenn sie ihre Erfahrungen teilen.
Dokumentarfilm über Igor Kon gewinnt Regiepreis
Ein neuer Dokumentarfilm über Igor Kon erhielt im März 2025 auf dem Festival Artdocfest den Preis für beste Regie. Der Film wurde von Narra und der Journalistinnen‑Genossenschaft Bereg produziert und auf Meduzas YouTube‑Kanal veröffentlicht.
Blut-piRNAs sagen kurzfristiges Überleben bei Älteren voraus
Eine Studie unter Leitung von Duke Health zeigt, dass kleine RNA‑Moleküle (piRNAs) im Blut vorhersagen können, ob Menschen ab 71 Jahren voraussichtlich mindestens zwei weitere Jahre leben. Die Ergebnisse wurden in Aging Cell veröffentlicht.