Eine Studie, veröffentlicht in The Journals of Gerontology, Series A, berichtet, dass ein Marker für biologisches Altern in Monozyten mit bestimmten depressiven Symptomen verbunden ist, jedoch nicht mit körperlichen Beschwerden. Die Forschenden verglichen zwei epigenetische Uhren: eine, die mehrere Zell‑ und Gewebetypen einbezieht, und eine, die gezielt Alterungszeichen in Monozyten misst.
Die Daten stammen von 440 Frauen aus der Women’s Interagency HIV Study, darunter 261 Frauen mit HIV und 179 ohne. Die Depressionsmessung erfolgte mit der 20‑Item‑Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES‑D), die somatische und nicht‑somatische Symptome trennt. Die Analyse ergab, dass die Monozyten‑Uhr ein sensibler Biomarker für nicht‑somatische Symptome war, besonders für Anhedonie, Hoffnungslosigkeit und Gefühle des Versagens, und zwar sowohl bei Frauen mit als auch ohne HIV. Die multi‑zelluläre Uhr zeigte keinen Zusammenhang mit Depressionsmessungen.
Die Studienautorin Nicole Beaulieu Perez (New York University) betonte, dass Depression verschieden aussehen kann und dass Stimmung‑ und kognitive Symptome bei Menschen mit HIV leicht mit chronischen Krankheitssymptomen verwechselt werden können. Die Autorinnen und Autoren nennen weitere Forschung als Voraussetzung dafür, epigenetisches Altern für Diagnose oder Behandlung zu nutzen. Weitere Autoren kommen von zahlreichen Universitäten, und die Arbeit wurde vom National Institute of Mental Health sowie dem National Institute on Minority Health and Health Disparities gefördert.
Schwierige Wörter
- epigenetische Uhr — Messgröße für Alterungszeichen im Erbgutepigenetische Uhren
- biologisches Altern — Veränderungen im Körper, die Alter anzeigen
- monozyt — Bestimmte weiße Blutzelle im ImmunsystemMonozyten
- somatisch — Den Körper betreffende körperliche Beschwerdensomatische
- nicht‑somatisch — Psychische oder geistige Symptome ohne Körperbezugnicht‑somatische
- anhedonie — Verlust der Freude an normalen Aktivitäten
- biomarker — Messgröße, die auf einen Zustand hinweist
- hoffnungslosigkeit — Gefühl, dass Zukunft keine positive Aussicht hat
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Diskussionsfragen
- Warum betont die Autorin, dass Stimmung‑ und kognitive Symptome bei Menschen mit HIV mit Krankheitssymptomen verwechselt werden können?
- Welche Vorteile und Risiken sehen Sie darin, epigenetisches Altern für Diagnose oder Behandlung zu nutzen?
- Wie könnte die Erkenntnis, dass nur die Monozyten‑Uhr mit nicht‑somatischen Symptomen zusammenhängt, zukünftige Forschung beeinflussen?
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