Kendo – der Weg des SchwertesCEFR B2
24. Mai 2025
Adaptiert nach Jo Carter, Global Voices • CC BY 3.0
Foto von Simon Dreher, Unsplash
Kendo, wörtlich „der Weg des Schwertes“, verbindet körperliches Training mit mentaler Schulung und Etikette. Die Sportart ist heute weltweit verbreitet und wird sowohl als Wettkampfsport als auch als Mittel zur persönlichen Weiterentwicklung praktiziert. Sie dient vielen Menschen als Zugang zur japanischen Kultur und ihren Traditionen.
Historisch geht Kendo auf die Feudalzeit und die Samurai zurück, insbesondere auf die Edo-Zeit (1603–1868). Die Samurai übten Kenjutsu in Dojos, wo sie nicht nur Techniken, sondern auch strenge Disziplin erlernten. Mit der Meiji-Restauration 1868 änderte sich die Praxis: echte Schwerter wurden seltener im Training verwendet. Um den Geist der Schwertkunst zu bewahren, führten Praktizierende Bambusschwerter und Schutzrüstungen ein; das moderne Kendo wurde Anfang des 20. Jahrhunderts standardisiert.
Im Training und bei Wettkämpfen tragen Kendoka die Schutzkleidung Bogu und benutzen das Bambusschwert Shinai, das aus vier Bambuslatten besteht und so sichere, kontrollierte Schläge erlaubt. Die Bogu setzt sich aus Men (Helm), Do (Brustschutz), Kote (Handschuhe) und Tare (Hüft- und Beinschutz) zusammen. Punkte werden erzielt, wenn mit sauberer Technik und einem energischen Ruf (Kiai) bestimmte Zonen getroffen werden: Men, Do, Kote und Tsuki. Ein Kampf dauert meist fünf Minuten; gewinnt der erste Wettbewerbsteilnehmer, der zwei Punkte erreicht.
Kendo geht über den reinen Kampf hinaus: Es lehrt emotionale Kontrolle, Bescheidenheit und lebenslange Selbstverbesserung. In Japan wird Kendo an vielen Schulen unterrichtet, und Verbände wie die All Japan Kendo Federation betonen seine Rolle in der Charakterbildung und im interkulturellen Austausch.
Schwierige Wörter
- etikette — Regeln für höfliches Verhalten und Benehmen
- kenjutsu — traditionelle japanische Technik des Schwertkampfs
- dojo — Ort, wo Kampfkunst praktisch geübt wirdDojos
- bogu — Schutzkleidung, die Kendoka beim Training tragen
- shinai — Bambusschwert aus vier Bambuslatten zum Üben
- kiai — lauter, energischer Ruf beim Treffer
- bescheidenheit — zurückhaltende, demütige Haltung einer Person
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Welche persönlichen Eigenschaften nennt der Text als Ziele des Kendo? Nenne Beispiele aus dem Artikel.
- Warum war die Einführung von Shinai und Bogu laut Text wichtig für die Praxis des Schwertkampfs?
- Auf welche Weise kann Kendo als Zugang zur japanischen Kultur und Tradition dienen?
Verwandte Artikel
Karibische Erfolge bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 in Tokio
Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 finden in Tokio vom 13. bis 21. September statt. Viele Athletinnen und Athleten aus der Karibik gewannen Medaillen, darunter Shelly‑Ann Fraser‑Pryce, Keshorn Walcott und Jereem Richards.
Bürgerarchivare bewahren mündliche Traditionen in Südasien
Bürgerarchivare in Südasien sammeln Volkslieder, Oralgeschichten, Rätsel und traditionelles Heilwissen. Das Projekt „Enhancing Indic oral culture on Wikimedia projects“ unterstützt Aufnahmen, Transkripte und das Hochladen auf Wikimedia Commons, Wikisource und Wikipedia.
Harze und Weinreste in Pompeji zeigen weiten Handel
Forscher analysierten Aschereste aus zwei Räuchergefäßen aus Pompeji und einer nahegelegenen Villa. Sie fanden regionale Pflanzen, ein exotisches Baumharz aus tropischen Regionen und ein Traubenprodukt, das auf rituellen Weingebrauch hinweist.
Filip Ondrušek: Kochen, Tradition und Herkunft
Filip Ondrušek ist ein österreichisch-slawischer Koch, Ökologe und Aktivist, der in São Paulo lebt. Er verbindet klassische Techniken, traditionelle Methoden und saisonale, biodynamische Zutaten und sieht Essen als Träger von Geschichte und Erinnerung.