Ein Team der Washington University School of Medicine in St. Louis analysierte elektronische Gesundheitsdaten von 606,434 US‑Veteranen mit Typ‑2‑Diabetes. Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Personen ohne vorherige Suchterkrankung und solche mit einer Vorgeschichte. Die Forschenden verfolgten die Daten bis zu drei Jahre nach Beginn einer Behandlung mit einem GLP‑1‑Rezeptoragonisten oder einem SGLT2‑Hemmer.
Bei Personen ohne vorherige Suchterkrankung war die GLP‑1‑Einnahme mit einem geringeren Risiko für eine neue Suchterkrankung verbunden; die Reduktionen betrafen Alkohol, Cannabis, Kokain, Nikotin und Opioide. Bei Menschen mit bestehender Suchterkrankung gingen schwere Schäden zurück: weniger Notaufnahmen, weniger Krankenhauseinweisungen, weniger Überdosierungen und weniger drogenbedingte Todesfälle.
Der Seniorautor Ziyad Al‑Aly erklärt, die Medikamente dämpften wahrscheinlich das Verlangen selbst. Die Autorinnen und Autoren empfehlen klinische Studien, um GLP‑1‑Medikamente als Suchtbehandlung genauer zu prüfen. Die Studie wurde vom US Department of Veterans Affairs finanziert.
Schwierige Wörter
- suchterkrankung — krankhafte Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol
- vorgeschichte — frühere Erkrankungen oder Probleme in der Vergangenheit
- glp‑1‑rezeptoragonist — Diabetesmedikament, das an bestimmten Körperrezeptoren wirktGLP‑1‑Rezeptoragonisten
- sglt2‑hemmer — Medikament bei Diabetes, erhöht Zucker‑Ausscheidung im Urin
- überdosierung — zu hohe Einnahme einer Droge oder eines MedikamentsÜberdosierungen
- notaufnahme — Krankenhausbereich für akute medizinische NotfälleNotaufnahmen
- dämpfen — etwas schwächer oder weniger intensiv machendämpften
Tipp: Fahre über markierte Wörter oder tippe darauf, um kurze Definitionen zu sehen – während du liest oder zuhörst.
Diskussionsfragen
- Würden Sie in Ihrem Land klinische Studien zur Prüfung von Diabetesmedikamenten als Suchtbehandlung unterstützen? Warum oder warum nicht?
- Welche möglichen Vorteile und Risiken sehen Sie, wenn Diabetesmedikamente gegen Suchterkrankungen eingesetzt werden? Nennen Sie zwei Beispiele.
- Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, dass Studien verschiedene Bevölkerungsgruppen (wie Veteranen) untersuchen? Begründen Sie kurz.
Verwandte Artikel
Studie zeigt: mTORC2 als neues Ziel gegen Krebs
Eine Studie der Brown University zeigt, dass man nur den Proteinkomplex mTORC2 blockieren könnte. Das könnte wachsenede Signale von Krebszellen stoppen, ohne Überlebenswege zu aktivieren. Forscher arbeiten bereits an Wirkstoffentwürfen.
Panikattacke oder Herzinfarkt – die Unterschiede erkennen
Panikattacken und Herzinfarkte können ähnliche Beschwerden wie Brustschmerzen, schnellen Herzschlag und Atemnot verursachen. Dieses Wissen hilft, schnell die richtige Hilfe zu bekommen; bei anhaltenden oder schlimmer werdenden Symptomen sofort Hilfe rufen.
Verborgene Regeneration bei Säugetieren entdeckt
Eine Studie von Forschenden der Texas A&M University zeigt, dass Säugetiere versteckte Regenerationsfähigkeiten haben. Ein Zweischrittverfahren mit FGF2 und BMP2 bildete blastema-ähnliche Zellen und führte zur Bildung neuer Gewebestrukturen.
Entzündungshemmung nach Operation kann Schmerzen verlängern
Eine Studie zeigt, dass entzündungshemmende Medikamente direkt nach einer Operation in manchen Fällen die Erholung verlangsamen und Schmerzen länger anhalten lassen können. Die Forscher betonen aber Vorsicht und weitere Forschung.