Lenacapavir ist ein bisher am längsten wirkendes Injektionspräparat zur HIV-Prävention. Das Mittel wirkt als langwirkende PrEP und wird in sechsmonatigen Intervallen verabreicht. In späten Studien zeigte es eine Verringerung der HIV-Neuinfektionen um 96 Prozent in verschiedenen Gruppen; in der PURPOSE 2-Studie erkrankten nur zwei von mehr als 2.000 Teilnehmenden, und die PURPOSE 1-Studie berichtete, dass keine cisgender Frauen während der Einnahme infiziert wurden.
Gilead Sciences beantragt die Zulassung in mehreren afrikanischen Ländern und plant, bis Ende 2024 Zulassungsverfahren in 18 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu beginnen, darunter Botswana, Kenya, Uganda, South Africa, Nigeria, Tanzania, Zambia und Malawi. Das Unternehmen hat freiwillige, nicht-exklusive Lizenzvereinbarungen mit sechs generischen Herstellern geschlossen, darunter Dr. Reddy’s, Emcure und Mylan, um generische Versionen in rund 120 ressourcenbegrenzten Ländern herzustellen und zu verkaufen. Gilead sagt, das Produkt werde ohne Gewinnerzielungsabsicht angeboten, bis Generika die Nachfrage decken können, und arbeitet mit Regulierern sowie Initiativen zur WHO-Vorqualifizierung zusammen, um Zulassungen zu beschleunigen.
Fachexperten betonen, dass Preis und Versorgung die tatsächliche Wirkung bestimmen. Modelle deuten darauf hin, dass eine Jahresversorgung rund US$40 kosten müsste, um breite Akzeptanz zu erreichen. Verbleibende Herausforderungen sind der Aufbau einer verlässlichen Lieferkette, die Sicherstellung, dass Menschen alle sechs Monate für die Injektion zurückkehren, und das Angebot von Wahlmöglichkeiten für Gemeinschaften. Länder wie Zambia und Kenya werden als frühe Anwender und Testfälle für die Wirkung in der Praxis erwartet.